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PRESSEMITTEILUNG

14.09.2000
SCIENTOLOGY KIRCHE ERSTATTET STRAFANZEIGE GEGEN

URSULA CABERTA UND BOB MINTON

WEGEN VORTEILSNAHME/VORTEILSGEWÄHRUNG, BESTECHUNG UND
GELDWÄSCHE

(Hamburg) Die Scientology Kirche hat heute morgen bei der Staatsanwaltschaft Hamburg, Strafanzeige gegen Ursula Caberta wegen Verdachts der Vorteilsannahme, Bestechlichkeit und Geldwäsche sowie gegen Robert Minton wegen Verdachts der Vorteilsgewährung und Bestechung eingereicht.

In den vergangenen Wochen beschwerte sich Ursula Caberta, die Leiterin der bei der Hamburger Innenbehörde angesiedelten Arbeitsgruppe Scientology wiederholt in der Öffentlichkeit darüber, daß sie anläßlich ihres Besuches in Florida schlechte Erfahrungen mit der US-Justiz gemacht habe und "ihren Glauben an die Rechtsstaatlichkeit in den USA verloren habe". Der deutsche Konsul in Miami habe erklärt, er könne für ihre Sicherheit nicht mehr garantieren und sie sei vorzeitig abgereist. Es sei unvorstellbar, wie man in den USA mit einer Touristin umspringe - so Originalton Caberta.

Dies ist nicht einmal die halbe Wahrheit. Caberta war in die USA gereist, um mit einem Schild in der Hand vor der Scientology Zentrale in Clearwater/Florida zu demonstrieren und als Stargast auf einer von Minton inszenierten Pressekonferenz zu sprechen. Ein US-Zivilrichter hatte ihre Vernehmung im Rahmen eines Zivilverfahrens angeordnet. Obgleich Caberta mit allen Mitteln die Vernehmung verhindern wollte und den Fragen beharrlich auswich, mußte sie schließlich kleinlaut zugeben: Ja, ich habe von Bob Minton privat Geld angenommen, er hat mir ein Darlehen gewährt.

Cabertas Vernehmung wurde nach gut fünf Stunden abgebrochen und sollte am darauffolgenden Freitag fortgesetzt werden. Caberta zog es vor, vorzeitig aus den USA abzureisen und entzog sich damit ihrer weiteren Vernehmung durch Flucht. Dies läßt Spekulationen darüber zu, was sie noch alles zu verheimlichen hatte.

Die Verbindung Caberta/Minton ist keineswegs privater Natur. Auf fast alle Fragen über Einzelheiten dieser Connection verweigerte Caberta die Antwort mit der Begründung, daß es sich um Dienstangelegenheiten handle und sie nicht im Besitze einer Aussagegenehmigung sei.

Angesichts der engen dienstlichen Verbindung Caberta/Minton sieht die Scientology Kirche einen Zusammenhang zwischen Geldzuwendung und Dienstgeschäften. Es wurde daher bei der Staatsanwaltschaft Hamburg Strafanzeige gegen Caberta wegen Verdachts der Vorteilsannnahme/Bestechlichkeit und gegen Minton wegen Verdachts der Vorteilsgewährung und Bestechung erstattet. Da Minton sein Vermögen möglicherweise nicht auf honorige Weise erlangt hat, wurde ferner Strafanzeige gegen Caberta wegen Verdachts der leichtfertigen Geldwäsche erstattet.

Das Vorgehen der US-Justizbehörden gegen Caberta hatte Hand und Fuß. Im Grunde regt sich Caberta nur darüber auf, daß Politiker und Amtsträger in den USA nicht wie hierzulande mit Glacéhandschuhen angefaßt werden. Es wäre höchst wünschenswert, wenn auch deutsche Gerichte ohne Ansehen der Person unnachgiebig das geltende Recht anwendeten, wenn es darum geht, Korruption und Amtsmißbrauch in unserem Staatswesen aufzudecken. Caberta hat daher völlig recht, wenn sie behauptet: "In Deutschland wäre dies nicht möglich gewesen".

Für mehr Informationen:
Sabine Weber/Georg Stoffel, 089-27817732

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