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1. Juli 2002

SCIENTOLOGE VERKLAGT AMERIKANISCHEN MULTI WEGEN DISKRIMINIERUNG IN DEUTSCHLAND

Um 8:00 Uhr Ortszeit wurde heute beim Bezirksgericht für das östliche Arkansas/USA eine Klage gegen den internationalen Multikonzern LifePlus International eingereicht. Der Kläger, ein Scientologe aus Baden-Württemberg, verklagt den Gesundheitskonzern auf Unterlassung und Schadensersatz.

Noch Mitte 2001 war Thomas E. (39) als erfolgreicher Handelsvertreter der Firma in Deutschland gefeiert worden. Seit 1995 hatte er für LifePlus den deutschen Markt eröffnet. Als Herr E. in einer Marketingzeitung als „erfolgreicher Scientologe“ bezeichnet wurde, kündigte ihm LifePlus mit sofortiger Wirkung. Dem Konzern war die Scientology-Mitgliedschaft ihres „Double-Diamond“ - so die interne Bezeichnung für „besonders erfolgreiche und ethische“ Vertreter - seit Jahren bekannt gewesen.

E. und seine junge Familie (ein drittes Kind war wenige Tage zuvor geboren worden) waren von einem Tag auf den anderen mittellos. „Ich habe nichts getan, was diese Existenzvernichtung rechtfertigen könnte“, so Thomas E.. „Für unsere Familie begann eine harte Zeit. Life Plus setzte noch eins drauf, indem sie mich nach der Kündigung bei meinen früheren Geschäftskollegen anschwärzten. Dabei hatte ich ihnen ein Netzwerk von über 20.000 Kunden aufgebaut. Scientology hatte bis dahin im Geschäftlichen mit Life Plus weder für mich noch die Firma eine Rolle gespielt. Mir blieb nichts weiter übrig, als die Sache einem amerikanischen Anwalt zu übergeben“.

Herr E. vermutet das von politischer Lobby erzeugte Hassklima gegen Scientologen hinter dieser Aktion: „Solche Situationen gibt es nur, weil über Jahre von sogenannten Sektenbeauftragten ein böses Bild über Scientologen und anderen Minderheiten aufgebaut wurde. Diese Leute haben keine Ahnung, was für einen wirtschaftlichen und existenziellen Schaden sie anrichten, wenn sie inkompetent und bösartig Lügen über Minderheitsreligionen verbreiten.“

Die Vereinten Nationen und das US-Außenministerium kritisieren die deutsche Regierung schon seit Jahren für ihre intolerante und diskriminierende Haltung gegenüber Minderheitsreligionen wie der Scientology Kirche. Bereits 2000 wurde Deutschland von der damaligen US-Handelsbeauftragten auf eine „Watch-List“ gesetzt, weil im behördlichen Bereich Scientologen von einer Teilnahme am Geschäftsleben ausgegrenzt wurden. Dadurch würden auch amerikanische Wirtschaftsunternehmen, die ihre Mitarbeiter nicht auf ihre Religionszugehörigkeit überprüfen, der Gefahr der Diskriminierung ausgesetzt, kritisierte die Handelsbeauftragte.

„An diesem Fall zeigt sich, dass sich die deutsche Ausgrenzungs-Politik gegenüber Scientology nicht nur bei deutschen Firmen, sondern gerade auch  zum Nachteil amerikanischen Investoren auswirken kann. Wir hoffen für Herrn E., dass die Klage zu seinen Gunsten entschieden wird und er für die dafür entschädigt wird, dass ihm und seiner Familie die wirtschaftliche Existenzgrundlage entzogen wurde“, so Ingo Lehmann vom Menschenrechtsbüro der Scientology Kirche Deutschland in München. „Es wird Zeit, sich an einen runden Tisch zu setzen und die Vorwürfe gegenüber Scientology ein für alle mal auszusortieren!“, so Lehmann weiter.

Für weitere Informationen:
Ingo Lehmann, Menschenrechtsbüro, 089-27817738
Sabine Weber, Scientology Kirche Deutschland, 089-27817732
Für die USA: Leisa Goodman, Human Rights Director International, 001 323 9603500

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