PRESSEMITTEILUNG
NACH VERFASSUNGSSCHUTZ-SKANDALEN SOLL VERWALTUNGSGERICHT
ANONYMEN
DENUNZIANTEN UND GEHEIMDIENSTLICHEN DISKRIMINIERERN DASS
HANDWERK
LEGEN
INNENSENATOR SOLL GEZWUNGEN WERDEN, BEHAUPTUNG ZU
UNTERLASSEN
POLIZEIDIREKTOR OTTO D. SEI MITGLIED BEI SCIENTOLOGY
(BERLIN/MÜNCHEN) Die Berliner Scientology Kirche e.V. hat heute vor dem Verwaltungsgericht Berlin Klage gegen Innensenator Jörg Schönbohm und dubiosen Aktionen des Landesamtes für Verfassungsschutz eingereicht. Schönbohm und der Behörde soll es untersagt werden, "wörtlich oder sinngemäß die Behauptung aufzustellen, oder zu verbreiten, der Polizeidirektor Otto D. sei Mitglied der Berliner Scientologen", heißt es im Klageantrag, der im Wege einer einstweiligen Anordnung Im Eilverfahren erlassen werden soll.
In einem neunseitigen Schriftsatz wird die Klage eingehend
begründet.
Im Mittelpunkt steht der Fall des leitenden Berliner
Polizeidirektors Otto D., der seit Monaten Justiz und
Medien beschäftigt
und in dem Verfassungsschützer mit äußerst
merkwürdigen
"geheimdienstlichen Mitteln" eine zwielichtige Rolle spielen,
die mit der
Klage ans Licht gebracht werden sollen.
Im März beschuldigte ein Denunziant in einem anonymen Brief Polizeidirektor Otto D. sei ein führendes Mitglied bei den Berliner Scientologen und hätte einen Untergebenen am Austritt gehindert. Weiter war das Pamphlet mit unappetitlichen Frauen- und Bettgeschichten gespickt, die Otto D. zugeschrieben wurden.
Die anonyme Schmiererei löste hektische
Aktivitäten bei Polizei,
Staatsanwalt und Verfassungsschutz aus. Otto D. wurde vom
Dienst suspendiert
und seitdem wie ein Aussätziger behandelt.
Hausdurchsuchungen und umfangreiche staatsanwaltschaftliche
Ermittlungen
erbrachten nicht den geringsten Hinweis auf eine
Scientology-Mitgliedschaft von Otto D. und ein
Ermittlungeverfahren
wegen Nötigung ist inzwischen eingestellt. Auch das
Berliner Landesamt für Verfassungsschutz hatte
zunächst keinerlei
Erkenntnisse über Otto D., stellte aber dann innerhalb von
11 Tagen
ein einzeiliges "Behördenzeugnis" aus, wonach Otto D.
Mitglied bei
den Berliner Scientologen sei. Dies hatte man mit
"geheimdienstlichen Mitteln"
festgestellt. Seitens der Scientology Kirche konnte eine
Mitgliedschaft,
nach entsprechenden Medienanfragen vor Ostern und einer
eingehenden Überprüfung
der Mitgliederkartei der Scientology Kirche Berlin
hundertprozentig ausgeschloseen
werden.
Dazu werden nun auch in der Klage eidesstattliche
Versicherungen von
Vorstandsmitgliedern und leitenden Mitarbeitern als
Beweismittel vorgelegt.
Vollends zum Skandal für die Verfassungsschutz-Agenten
entwickelte
sich die Affäre, als Verfassungsschutzagenten versuchten,
einen Teilzeit-Mitarbeiter
der Berliner Scientologen als informellen Mitarbeiter und
bezahlten Spitzel
anzuheuern. Mitte Mai - eineinhalb Monate nach dem
"Behördenzeugnis"
boten sie dem 26jährigen Mann 5000 Mark in bar für
Beweise über
eine Scientology-Mitgliedschaft von Otto D. an. Der versuchte
nachträgliche
"Beweismittelankauf nach Stasi-Manier" -
so die Scientologen - war nach einem Medienbericht von
höchsten
Kreisen der Verfassungsschutzbehörde und des Innensenats
genehmigt.
In der Klagebegründung argumentiert der Anwalt der
Scientologen,
der gegen Otto D. geschürte Diskriminierungsskandal
werde von Schönbohm dazu mißbraucht, um der
durch nichts
gerechtfertigton Verfassungsschutzbeobachtung von Scientology
durch abstruse Unterwanderungstheorien wenigstens
nachträglich
eine gewisse Legitimation zu verleihen.
Ein Sprecher der Scientologen begründete den Gang zum
Berliner
Verwaltungsgericht. "In den letzten Wochen haben wir uns
wiederholt an Schönbohm gewandt und ihm unsere Hilfe
bei der Trockenlegung
von diesem Denunzianten- und Diskrimimierungssumpf angeboten
und ihn um
Aufklärung gebeten. Aber Schönbohms Schweigen zu
miesen Agententricks
ließ uns keine andere Wahl, als jetzt vor Gericht zu ziehen.
Irgendwelche
polizeilichen oder politischen Intrigenspiele soll
Schönbohm, wenn
es schon sein muß, in seiner Behörde austragen, aber
nicht länger
auf dem Rücken unserer Mitglieder."
Für den Inhalt: Georg Stoffel, Scientology Kirche Deutschland