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PRESSEMITTEILUNG
p;              18. April 2000

Scientology-Kirche International warnt Wrocklage in einem Offenen Brief vor „Schulterschluß mit skrupellosen Geschäftemachern und unglaubwürdigen ´Quellen´“

- Ursula Caberta und die Hamburger Innenbehörde hofieren vermeintliche Schlüsselfigur eines internationalen Geldwäscheskandals auf Pressekonferenz -

Die Church of Scientology International legte heute dem Hamburger Innensenat dringlich nahe, sich nicht weiter mit sogenannten „glaubwürdigen Quellen“ zu Scientology einzulassen, die durch ihre evidente Unglaubwürdigkeit und ihr kriminelles Vorleben von vornherein disqualifiziert sind.

In einem Offenen Brief wird auf die Parallelen zum Landesamt für Verfassungsschutz Berlin hingewiesen, die ebenfalls glaubten, ihrem behördlichen Auftrag mit der Verwendung von zweifelhaften „Quellen“ nachkommen zu können - eine Auffassung, die sich bekanntlich als fatal für das Berliner Amt herausstellte.

Das Ersuchen der Church of Scientology International steht im Zusammenhang mit internationaler Medienberichterstattung über den US-Geschäftsmann Robert Minton, der am 6. April Stargast einer Pressekonferenz des Hamburger Innensenats war und gleichzeitig in der Presse beschuldigt wird, Schlüsselfigur eines Finanzskandals über die unglaubliche Summe von 12 Millarden DM zu sein. Die Konferenz war von der Ursula Caberta einberufen worden, die in Hamburg die „Arbeitsgruppe Scientology“ im Innensenat leitet und der in dieser Funktion Menschenrechtsverletzung vorgeworfen werden darf.

Während Caberta der Hamburger Presse Minton wie einen „Ehrenmann“ präsentierte, „enthüllte die renommierte Londoner 'Sunday Times' einen internationalen Geldwäsche-Skandal“, schreibt Kurt Weiland vom Vorstand der Church of Scientology International. „Unter der Regie der ehemaligen Militärdiktatur in Nigeria hat er persönlich mehrere Zehnmillionen Dollar in die eigene Tasche gewirtschaftet - vorbei an einer hungernden Bevölkerung, die zu den ärmsten der Welt zählt.  Mintons Rolle in diesem beispiellosen Fall organisierter Kriminalität wird derzeit von der neu gewählten demokratischen Regierung Nigerias untersucht.“

„Es ist nicht das erste Mal, dass Frau Caberta bei ausländischen Scheininformanten Zuflucht sucht, einschließlich jener, deren evidente Unglaubwürdigkeit und kriminelles Vorleben der deutschen Öffentlichkeit bewußt verschwiegen wurden.“, so Herr Weiland.

Der international bekannte frühere nigerianische Footballstar John Fashanu beschuldigte Minton im britischen Sender „British Sky Television News“ der Beteiligung an dem  Betrugsskandal.  Fashanu wörtlich auf „Sky TV“: „Eine der Hauptfiguren war Robert Minton, ein früherer US-Banker und Finanzmagier ... und er war einer der Ersten, der zugegeben hat, dass er Millionen und Abermillionen von Dollar aus diesem gigantischen Betrug abzockte“. Laut Fashanu fand das Betrugsmanöver in den Jahren 1988 bis 1993 statt und verlief über mehr als 200 Bankkonten.

Fashanu führte drei Jahre lang Untersuchungen zu diesen Vorgängen an, die von der „Sunday Times“ als eine der „größten Betrügereien unter Zuhilfenahme von Banken in der Geschichte“ bezeichnet wurden.  Fashanu berichtete der Zeitung auch, daß er wegen seiner Ermittlungen bedroht wurde und ihm anonym 500 000 US-Dollar dafür angeboten wurden, dass er mit seinen Untersuchungen aufhört.

Nach Berichten der „Sunday Times“ wurde das gigantische Betrugsmanöver im Schutz des früheren Regimes der nigerianischen Diktatoren General Sani Abacha und General Ibrahim Banagida durchgeführt - beide berüchtigt für ihre Brutalität und ihre betrügerische Ausbeutung des Ölförderlandes Nigeria.

Die Übergabe einer Akte von Fashanu an den nigerianischen Hochkommissar in London führte bereits zu einer Schließung von fünf Bankkonten in Österreich und in der Schweiz, berichtet die „Sunday Times“ weiter. Die „New York Times“ schrieb darüber hinaus am 5. April, daß die zuständigen schweizerischen Behörden bereits Anklage gegen einen weiteren Geschäftsmann erhoben haben, dem vorgeworfen wird, Strohmann-Konten für General Abacha geführt zu haben.

Neben seinen finanziellen Operationen fällt Minton, der sich seit seinem 17. Lebensjahr immer wieder in psychiatrischer Behandlung befand und derzeit auch befindet, durch einen ausgeprägten Hang zur Gewalttätigkeit auf. Derzeit wird er vom Staat Florida wegen Körperverletzung angeklagt und steht im Mai vor Gericht. In diesem Zusammenhang ist ihm gerichtlich untersagt worden, sich Scientologen oder Scientology-Kirchen zu nähern.

Weiland warnt vor einem Schulterschluß mit Minton: „Minton läßt nichts unversucht, diese Fakten zu vernebeln, indem er gradezu absurd falsche Behauptungen aufstellt ... Wenn Sie glauben, 'Quellen' wie Robert Minton ... benutzen zu müssen, dann sollten Sie auch wissen, zu welchem Preis dies aller Voraussicht nach sein wird.  Das Berliner Landesamt für Verfassungsschutz hat sich bereits bis auf die Knochen blamiert und ist in Selbstauflösung begriffen. Das baden-württembergische Landesamt für Verfassungsschutz ist wegen seiner Einlassung mit 'zuverlässigen Quellen' in der Schweiz gar international in die Schlagzeilen geraten und hat, wenn auch unbeabsichtigt, der ganzen Welt gezeigt, daß für das LfV in Stuttgart die Grenzen zwischen Verfassungsschutz und Verfassungsbruch offenbar genauso fließend sind wie die zwischen Deutschland und der Schweiz.“

Weiland fordert die Auflösung der „verfassungwidrigen Arbeitsgruppe Scientology“ und die sofortige Entlassung ihrer Leiterin Ursula Caberta. „In der Vergangenheit haben wir mehr als einmal auf den Umstand hingewiesen, daß Frau Caberta und ihr Büro jährlich mehr als eine Million Mark an Steuergeldern verschwenden. ...  Zieht man zusätzlich in Betracht, daß sie Ganoven wie Robert Minton mit dem Unbedenklichkeitssiegel der Hamburger Innenbehörde ausstattet, und das nicht nur einmal, dann zeigt dies um so mehr, daß Ursula Caberta fehl am Platze ist. Wir fordern Sie deshalb auf, Frau Caberta umgehend von ihren Pflichten zu entbinden.“

Weilands Offener Brief an den Hamburger Innensenator Hartmuth Wrocklage ging in Kopie an alle Innenminister und -senatoren und an die Verfassungsschutzämter der Länder sowie an den Bundesinnenminister.

Für weitere Informationen: Frank Busch, 040-3560070

Anlage: Offener Brief vom 18.April 2000