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PRESSEMITTEILUNG

05.08.1998
KOMPONIST UND DIRIGENT REICHT MENSCHENRECHTSBESCHWERDEN WEGEN

 KÜNSTLERISCHER DISKRIMINIERUNG GEGEN DEUTSCHLAND EIN

Süddeutsche Landesbausparkasse boykottiert Millionen- Vertrag

Der spanische Musiker, Komponist und Dirigent Enrique Ugarte erklärte heute in München, daß er offiziell Beschwerde bei den Vereinten Nationen der UNESCO und anderen Menschenrechtsorganisationen einreichen werde, nachdem er selbst Opfer eines wirtschaftlichen Boykotts wurde. Eine deutsche Musikfirma war gezwungen worden, einen Vertrag mit ihm abzulehnen, einzig aufgrund einer persönlichen religiösen Überzeugung. Herr Ugarte ist Mitglied der Scientology Kirche. Der Musiker erhebt den Vorwurf, daß er das Ziel religiöser und künstlerischer Diskriminierung durch die deutsche Regierung sei und klagt sie an, bewußt eine öffentliche und private Politik der Diskriminierung und Zensur von Künstlern, die Mitglieder der Scientology Kirche sind, anzustiften.

Enrique Ugarte, Europäischer Meister und Vize- Weltmeister im Akkordeonspiel, hat viele berühmte Orchester dirigiert,
einschließlich des Englischen Kammerorchesters und des Baskischen Nationalorchesters. Er lebt in Deutschland und gastierte in
renommierten Opernhäusern des Landes.

Im Juni 1998 stand er kurz davor, einen Vertrag mit der Veranstalterfirma C&P in Stuttgart zu schließen, gemäß dem er über 18 Monate als musikalischer Leiter für den Europäischen Opernzirkus arbeiten sollte. Der Opernzirkus wird vom nächsten Jahr an bis ins kommende Jahrtausend in Europa auf Tournee gehen.

"Während der Vertragsverhandlungen machte ich eine Bemerkung, daß ich Mitglied der Scientology Kirche bin. Daraufhin teilte mir der Organisator mit, daß er mich unter diesen Umständen nicht unter Vertrag nehmen könne," schreibt Ugarte in einem Offenen Brief an verschiedene Künstlervereinigungen. "Bei einem Treffen am 16. Juli 1998 erklärte mir der Geschäftsführer der C&P, daß deutsche Veranstalter von künstlerischen Großprojekten Verträge mit Sponsorenfirmen unterzeichnen müssen, die besagen, daß es nicht gestattet ist, irgendwelche Mitglieder der Scientology Kirche zu beschäftigen."

Herrn Ugarte war es möglich, ein Dokument des Hauptsponsors des Europäischen Opernzirkus, der Landesbausparkasse (LBS), einzusehen. In einem geheimen Vertrag legt die LBS fest, daß der Unternehmer zusichern muß, keine Mitglieder der Scientology Kirche einzustellen.

Bereits kürzlich wurde die Landesbausparkasse als Arm staatlicher Diskriminierung bekannt: Im Juni 1998 wurde der renommierte Tennisclub Ruppürr gezwungen, einen Vertrag mit dem französischen Tennisstar Arnaud Boetsch zu annullieren, weil er Scientologe ist.

Ugarte: "Für mich bedeutet dieser Vorfall, daß ich direkt und ausschließlich wegen meiner religiösen Überzeugung boykottiert und wirtschaftlich geschädigt werde. Dies ist eine offenkundige Verletzung der Internationalen Menschenrechte und untergräbt die deutsche Verfassung, die das Recht gewährleistet, seine Religion UND seinen Beruf frei wählen zu dürfen. Ich verheimliche niemals meine religiöse Zugehörigkeit, aber ich vermische auch niemals meinen Beruf mit meiner Religion."

Inzwischen haben sich auch mehrere deutsche Firmen der Diskriminierungspolitik der deutschen Regierung angeschlossen und den menschenverachtenden "Vertrag mit dem Teufel" eingeführt.

Der Direktor des Menschenrechtsbüros der Scientology Kirche Deutschland in München begrüßte Herrn Ugartes Entscheidung, eine formale Beschwerde an die Vereinten Nationen zu richten.

"Die deutsche Regierung ist der Motor religiöser Intoleranz in Deutschland und Europa. Der sogenannte 'Sektenfilter', erfunden von Menschenrechtsverletzern wie der ehemaligen Hamburger Bürgerschaftsabgeordneten Ursula Caberta und dem Bayrischen
Innenminister Beckstein, ist in verschiedenen Bereichen der Wirtschaft anzutreffen. Etliche Firmen haben sich durch politischen
Druck zu dieser Menschenrechtsverletzung hinreissen lassen und werden auf lange Sicht an Ansehen und Glaubwürdigkeit verlieren. Die internationale Gemeinschaft wird eine solche Politik nicht billigen.", kommentiert Ingo Lehmann vom Menschenrechtsbüro der Scientology Kirche Deutschland den Vorfall.

"Der Verfall von Werten wie den Menschenrechten, sichtbar durch die willkürliche Ausgrenzung einer Minderheit, ist ein Warnzeichen für den Verfall der Freiheit. Letztendlich wird es JEDEN treffen.", so Lehmann.

Erst kürzlich wurde vom Sonderberichterstatter für Religiöse Intoleranz der Vereinten Nationen speziell das Thema 'Deutsche
Sektenfilter' aufgegriffen und die Empfehlung ausgesprochen, derlei Praktik zu unterbinden. Im US-Kongress wird derzeit eine Resolution behandelt, die den Kongress dazu auffordert, gegen menschenrechtwidrige Praktiken der deutschen Regierung in bezug auf religiöse Minderheiten zu agieren. Bereits in den letzten fünf Jahren gab es 19 Berichte, die die deutsche Regierung für religiöse Diskriminierung kritisierten, einschließlich fünf aufeinanderfolgenden jährlichen Menschenrechtsberichten des
Amerikanischen Außenministeriums, zwei Berichten des Menschenrechtskomitees der Vereinten Nationen und zwei Berichten der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE).

Für weitere Information:

Ingo Lehmann oder Maja Nüesch
Menschenrechtsbüro der Scientology Kirche Deutschland

 Tel. 089-27817738

 

Sabine Weber

 Scientology Kirche Deutschland

 Tel. 089-27817733