Überraschende Schützenhilfe zur Versachlichung der
Scientology-Diskussion
erhalten die Scientologen ausgerechnet vom Bremer Innensenator Dr. Kuno
Böse.
Böse ist Vorsitzender bei der Herbstsitzung der Innenminister- und
senatoren
der Länder, die derzeit in der Hansestadt Bremen stattfindet und war
seinerzeit in Berlin als Staatssekretär für den so genannten Dreksler-
Skandal verantwortlich.
In einer am 3. Dezember 2002 veröffentlichten Antwort auf eine große
Anfrage (Drucksache 15-1264) der CDU an den Bremer Senat in der Drucksache
15/1316 wird erklärt, dass die Erkenntnisse des Verfassungsschutzes
- nicht nur in Bremen, sondern bundesweit - über die seit Jahren bekannten
Tatsachen hinaus als gering einzustufen seien.
Weiters erklärt der Bremer Senat, dass eine ehemals vom Bundeskriminalamt
im Jahre 1995 eingerichtete Sondermeldestelle
zur Erfassung vermuteter Straftaten der Scientology-Organisation bereits
im Februar 2001 aufgelöst wurde, weil es keine
Anhaltspunkte für strafrechtlich relevantes Verhalten seitens der
Scientology-Organisation
gab. In Bremen selbst wurden
ebenfalls keine Ermittlungsverfahren geführt.
Kritisiert wird vom Bremer Senat die in Bayern eingeführte
„Selbstauskunft"
von Bewerbern bei der Einstellung in den
öffentlichen Dienst über eine mögliche
Scientology-Zugehörigkeit.
Ähnlich wie auf Bundesebene und in den meisten
Ländern wird diese Maßnahme als „nicht geeigneter Weg"
bezeichnet.
Kritik ernten die Bremer allerdings für die Verwendung des vom
US-Außenministerium
als Menschenrechtsverletzung kritisierten „Sektenfilter", der nach wie vor
bei Vertragsabschlüssen mit Wirtschaftsberatungsunternehmen verwendet
wird. Auch die eingeschränkte Nutzung des Ausgrenzungspapiers wird
ausländische
Firmen kaum motivieren, in Deutschland zu investieren. Maßnahmen dieser
Art gelten in anderen Ländern als illegal und werden empfindlich bestraft.
Für mehr Informationen: Sabine Weber und Georg Stoffel
Drucksache 15/1316 als PDF (5 Seiten/18 kB)