PRESSEMITTEILUNG
BECKSTEIN ANGEPRANGERT: INNENMINISTER SCHAFFT EIN KLIMA DES HASSES
AN BAYERISCHEN SCHULEN
(MÜNCHEN) Als "besonders menschenverachtend, verwerflich und niederträchtig" klagten heute Scientologen-Eltern bei einer Konferenz in München eine "von Innenminister Beckstein initierte und damit staatlich verordnete religiöse Diskriminierung" an bayerischen Schulen an.
Unter dem Deckmantel einer "Aufklärungsarbeit"
würde Beckstein
ein Klima des Hasses in Schulen erzeugen. In offiziellen
ministeriellen
Zeitschriften und Anordnungen würden Scientology-
Mitglieder als Untermenschen
dargestellt. In dem an alle bayerischen Lehrer verteilten
"schulreport"
hieß es unter der Überschrift "Erkennen eines
Scientology-Mitglieds"
wörtlich: "Als Folgen der Sektenzugehörigkeit werden
in körperlicher
Hinsicht eine Veränderung des Gewichts
(Fettleibigkeit/Magersucht),
Kräfteverfall, veränderter Bartwuchs,
Erschöpfungssyndrom
und psychosomatische Krankheiten genannt." Diese Erscheinungen
und eine
"Standardpersönlichkeit" würden sich "typischerweise
jedoch binnen
weniger Tage oder Wochen"
einstellen. Garniert ist das Machwerk mit Gehirnwäsche-
Comics
aus einer Realschule in Ingolstadt und einem Bildnis von
Beckstein samt
Interview.
"Beckstein will offenbar ein neues Apartheits-System, eine Erziehung zum Haß. Die Folgen für unsere Kinder durch einseitige Agitation gegen das Bekenntnis ihrer Eltern, in Schulen sind fatal," erklärten zwei betroffene Mütter. Unsere Kinder werden in Gewissenskonflikte getrieben und eingeschüchert. Bekennen sie sich zu der Scientology-Mitgliedschaft ihrer Eltern, werden sie schief angesehen, gehänselt, bedroht, ausgeschlossen und gequält; Freundschaften zerbrechen. Es ist nach einschlägiger "Aufklärung" auch schon vorgekommen, daß eine Schultasche in der Toilette landete. Verschweigen Kinder verängstigt das religiöse Bekenntnis ihrer Eltern, müssen sie teilweise übelste Anschuldigungen gegen die religiösen Überzeugungen ihrer Eltern wehrlos über sich ergehen lassen. "Meine Tochter kam heulend nach Hause und forderte mich auf, ich solle sofort meine Religion wechseln", berichtete eine Mutter.
Hans Bschorr, langjähriger Landtagskorrespondent des Bayerischen Fernsehens und dort wegen seiner Scientology-Mitgliedschaft kaltgestellt, hat aus Becksteins Ausgrenzungspolitik für seine Familie persönliche Konsequenzen gezogen. Weil er seinen Kindern nicht zumuten wollte, in der Schule seine Eltern als "gehirngewaschene Untermenschen" zeichnen zu müssen, hat er 1994 seine Familie nach England gebracht.
Bei dieser Hetze gegen Kinder handelt es sich nicht um
Einzelfälle.
Scientology-Sprecherin Sabine Weber nannte Zahlen, die das
Ausmaß
des Problems für betroffene Kinder und Eltern deutlich
machen: Trotz
einer hohen Dunkelziffer sind uns in den letzten beiden Jahren
von betroffenen
Eltern und Kindern über 50 staatlich angeordnete Hetz-
Veranstaltungen
gegen Scientology an Schulen im der Region München
bekanntgeworden,
angefangen von Grundschulen bis zu Gymnasien. Vereinzelt seien
an Schulen
sogar schwarze Luftballons mit einem Totenkopf und der
Aufschrift "Scientology
Gift" im Umlauf
gewesen. Auch Kondompackungen in ähnlicher Aufmachung
würden
existieren. Es hätte aber auch durchaus
verantwortungsvolle Lehrer
und Schulleiter gegeben, die entsprechende
Ministeriumsanordnungen in den
Papierkorb beförderten.
Bei Anfragen an das Bayerische Kultusministerium sei in der Vergangenheit unisono auf das Beckstein-Ministerium verwiesen worden. Betroffene Eltern kündigten bei der Pressekonferenz an, eine Initiative "Mütter gegen Diskriminierung" ins Leben zu rufen und forderten Kultusminister Hans Zehetmair auf, "seine Hände nicht länger in Unschuld zu waschen und diesem Spuk in seinem Verantwortungsbereich entschlossen ein Ende zu setzen." Gefragt seinen vielmehr Dialog und eine Erziehung zur Toleranz.
Vor der Presse in München sagte Scientology-Sprecherin
Sabine Weber,
daß mittlerweile über 50 Personen in
europäische Nachbarländer
und in die USA ausgewandert seien, nicht zuletzt wegen der
Diskriminierung
ihrer Kinder. In den USA war kürzlich dem ersten
Scientology-Mitglied
wegen religiöser Verfolgung in Deutschland von einem
amerikanischen
Einwanderungsgericht Asyl zugesprochen worden. Aus den
letzten fünf
Jahren liegen etwa 1000 Fälle dokumentierter
Diskriminierung allein
gegen Scientology-Mitglieder vor, die bereits
größtenteils internationalen
Menschenrechtsorganisationen und Regierungsstellen vorgelegt
wurden und
entsprechende Reaktionen auslösten. In den letzten vier
Jahren wurde
in dreizehn offiziellen Berichten von den Vereinten Nationen,
von Regierungsorganisationen
und internationalen Menschenrechtsorganisationen
Menschenrechtsverstöße
gegen religiöse Minderheiten in Deutschland kritisiert,
zuletzt im
amerikanischen Repräsentantenhaus und bei der
Menschenrechtskonferenz
der OSZE in Warschau.
Für den Inhalt und weitere Informationen: Sabine
Weber/Georg Stoffel,
Scientology Kirche Deutschland