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PRESSEMITTEILUNG

16. Oktober 2000
NEUE ENTHÜLLUNGEN ERHÄRTEN KORRUPTIONS-ANSCHULDIGUNG GEGEN ANGESTELLTE DER HAMBURGER INNENBEHÖRDE

HATTE CABERTA GRÖSSERE GELDSORGEN? - "PRIVAT-DARLEHEN" WIRD IMMER DUBIOSER

GELDÜBERGABE VON AMERIKANISCHEN FINANZHAI ERFOLGTE IN DEUTSCHLAND

(Hamburg) Seit mehreren Wochen ermittelt die Hamburger Staatsanwaltschaft unter dem Aktenzeichen 5701Js121/00 gegen Ursula Caberta, Leiterin der "Arbeitsgruppe Scientology" in der Innenbehörde, wegen des Verdachts der Vorteilsannnahme und Bestechlichkeit. Sie hatte im Juli bei einer gerichtlich angeordneten Vernehmung in Florida unter Eid zugegeben, privat Geld von dem amerikanischen Finanzhai und Scientology-Gegner Bob Minton angenommen zu haben.

Während sich Caberta seit Wochen zur Darlehenshöhe ausschweigt, enthüllt eine jetzt von ihr selbst abgegebene vierseitige eidesstattliche Versicherung - von der Innenbehörde mit Behördenstempel vom 9. Oktober offiziell beglaubigt - weitere pikante Details über höchst dubiose Deals. Steckte Ursula Caberta in finanziellen Engpässen oder sah sie wegen ihrer Schulden keinen anderen Ausweg? Caberta versichert an Eides Statt: Sie als Privatperson stehe in der Schuld von Robert S. Minton, er habe ihr privat Geld geliehen. Das Geld hätte sie von Minton in Deutschland erhalten und zwar um private Schulden abzuzahlen. Mit diesem weiteren Eingeständnis von Caberta ist davon auszugehen, dass ihr Minton nicht nur ein paar hundert Mark in einem Hinterzimmer zugesteckt hat. Die eidesstattliche Erklärung wurde bei einem Gericht in Florida eingereicht, bei dem ein Scientology-Mitglied Caberta auf 75.000
Dollar Schadensersatz verklagt hat.

Caberta hatte bei ihrer gerichtlichen Vernehmung in Florida unter Eid ausgesagt, privat Geld von dem amerikanischen Finanzhai Robert Minton angenommen zu haben. Scientology-Gegner Minton geriet in die internationalen Schlagzeilen, weil er zwischen 1988 und 1993 mit nigerianischen Militärdikatoren international äußerst dubiose Bankgeschäfte mit Schuldverschreibungen durchführte. Trotz reicher Erdölvorkommen gilt Nigeria weltweit als eines der ärmsten Länder. Die jetzige demokratisch gewählte Regierung bemüht sich um Aufklärung der Betrugsgeschäfte der früheren korrupten Militärmachthaber. Auch gegen Minton wird nach einer vom Staat Nigeria bei der Staatsanwaltschaft in Genf eingereichten Strafanzeige ermittelt. Er hat inzwischen selbst eingeräumt, mit den Geldwäsche-Deals Profit gemacht zu haben. Allerdings habe er "nur" 45 Millionen Dollar erhalten.

Trotzdem hielt Caberta, wie sie unter Eid zugab, bei ihm die Hand auf, um ein Darlehen in ungenannter Höhe in Empfang zu nehmen. Sie lud Minton im April hochoffiziell zu einer Pressekonferenz in die Innenbehörde ein und präsentierte ihn dort als "Scientology-Feind Nr. 1". Anfang Juni verlieh sie ihm in Leipzig einen "alternativen Menschenrechtspreis" und ließ sich von ihm im Juli in einem Luxushotel in Florida aushalten.

Frank Busch, Sprecher der Hamburger Scientology Kirche: "Spätestens jezt müssen die Karten auf den Tisch. Es darf nicht länger verheimlicht, gemauschelt und vertuscht werden! Herr Innensenator Wrocklage, wann und wieviel Geld hat Frau Caberta von Minton erhalten und wofür? Halten Sie es für richtig Caberta weiterhin auf den Posten agieren zu lassen, damit Minton die Vorteile aus seiner Bestechungsaktion ziehen kann?"

Für den Inhalt und weitere Informationen: Frank Busch, 040-3560070

ANLAGE:
Die vierseitige eidesstattliche Erklärung vom 9.10.00 finden Sie beigefügt.

In Ziffer 6. dieser eidesstattlichen Erklärung äußert sich Frau Caberta wörtlich wie folgt:

"Sie ist als Privatperson verschuldet bei Robert S. Minton als Privatmann, wegen einer Geldsumme, welche ihr Herr Minton geliehen hat. Die Darlehenssumme wurde in Deutschland ausgezahlt und die Auszahlung an sie erfolgte im Zusammenhang mit der Rückzahlung einer früheren Schuld, die in Deutschland entstanden war und in Deutschland getilgt worden ist."