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PRESSEMITTEILUNG

24.10.00

SEKTEN-PFARRER GANDOW, EIN HANDFESTER BESTECHUNGS-SKANDAL UM CABERTA UND EINE MENGE MONETEN

EIN VON GANDOW ALS "MENSCHENRECHTLER" AUSGEZEICHNETER AUSLÄNDISCHER FINANZHAI AUF GEHEIM-MISSION IN BERLIN ALS DRAHTZIEHER IM HINTERGRUND

EIN PLUMPER WEISSWASCH-VERSUCH MIT ALTEM RECYCLING-PRODUKT

NEUE ENTHÜLLUNGEN ÜBER GANDOWS TARNORGANISATIONEN "DIALOG-ZENTRUM BERLIN" UND "EUROPÄISCH-AMERIKANISCHES KOMITEE FÜR MENSCHENRECHTE UND RELIGIONSFREIHEIT IN DEN USA".

(BERLIN) Bei einer Pressekonferenz in Berlin übten Sprecher der Scientology Kirche heftige Kritik an Sekten-Pfarrer Thomas Gandow und an Ursula Caberta, der noch amtierenden Leiterin der "Arbeitsgruppe Scientology" in der Hamburger Innenbehörde. Gegen Caberta ermittelt die Hamburger Staatsanwaltschaft unter dem Aktenzeichen 5701Js121/00 wegen des Verdachts der Vorteilsnahme und Bestechlichkeit. Caberta hatte zuvor zugegeben von dem amerikanischen Finanzhai und Scientology-Gegner Bob Minton ein "Privat-Darlehen" angenommen zu haben, über dessen Höhe sie sich bis heute eisern ausschweigt. In einer bei der Pressekonferenz vorgelegten neuen Ausgabe der Zeitung "Freiheit" dokumentierten die Scientologen eine eidesstattliche Erklärung von Caberta, in der sie behauptet mit dem Geld von Minton "Privat-Schulden" getilgt zu haben.  Auf Bestechlichkeit stehen Freitheitsstrafen von sechs Monaten bis zu fünf Jahren, im schweren Fall (über 20.000 Mark) ein bis zehn Jahre. Auch Gandows Solidaritätsaktionen für Minton werden dargestellt.

Sekten-Pfarrer Gandow geriet in den letzten Monaten zunehmend in die öffentliche Kritik, seit er im Juni den amerikanischen Finanzhai und Scientology-Gegner Robert Minton in Leipzig als "Menschenrechtler" mit einem sogenannten "Alternativen Karlspreis" auszeichnete. Minton betrieb zusammen mit der nigerianischen Ex-Militärdiktatur verdeckte Schuldverschreibungs-Rückkäufe und erzielte dabei über 100 Millionen Mark persönlichen Profit. Dass die Bevölkerung Nigerias zu den weltweit ärmsten zählt und unter diesen Militärdikatoren systematische Menschenrechtsverletzungen und milliardenschwere Korruption an der Tagesordnung waren, störte weder Minton noch später Gandow.

Gandow überreichte den "Menschenrechtspreis" am 3. Juni in Leipzig zusammen mit Ursula Caberta. Sie hielt die Laudatio für Minton und steckt mittlerweile bis zum Hals in einem Bestechungs-Skandal. Unter dem Aktenzeichen 5701Js121/00 ermittelt die Hamburger Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der Vorteilsnahme und Bestechlichkeit. Die Senatsangestellte Caberta hat unter Eid zugegeben von Minton ein "Privat-Darlehen" erhalten zu haben. Eine entsprechende Anfrage an Pfarrer Gandow, ob auch er von Minton Zuwendungen erhielt und nach der Verwendung einer angeblichen Kirchenkollekte für einen kommerziellen Treuhandfond von Minton , blieb bis heute unbeantwortet.

Minton ist jetzt offenbar nicht mehr vorzeigbar. Dennoch dirigiert er im Hintergrund einen plumpen Ablenkungsangriff für Gandow und Caberta. Gandow, Caberta, eine Solveig Prass (sie organisierte die peinliche "Preisverleihung" für Minton in Leipzig), Mintons frühere "Kaufzeugin" und heutige Lebensabschnittsgefährtin Stacy Brooks sowie der von Minton bezahlte kanadische Soziolge Stephan Kent, wollen am Dienstag nach dem Mittagsgebet ein jahrealtes Heftchen mit längst widerlegten Schauergeschichten von Kent vorstellen, das jetzt Caberta in ihrer Not auf die Schnelle als Recyclingprodukt und auf Kosten des Steuerzahlers produzieren liess.  Was Gandow der Öffentlichkeit dabei verschweigt: Er präsentierte Kent und gleiche Publikation bereits im Juli 97 in Berlin.

Die Publikation von Kent und seine "Gehirnwäsche-Theorien" seien so abwegig, dass ihr anerkannte Experten und Berufsverbände - wie die Amerikanische Psychologen-Vereinigung - jeden wissenschaftlichen Wert absprachen.  "Stephan Kent hat wohl versucht Anleihen bei Stephan King zu nehmen", sagte Scientology-Sprecherin Sabine Weber. "Caberta hat das jahrealte Heftchen von Kent jetzt auf Kosten der Hamburger Steuerzahler recycelt, um von ihren krummen Deals mit Minton abzulenken." Minton agiert im Hintergrund.  Kent hat in der Vergangenheit von ihm Geld erhalten und auch sein jetziger Auftritt wurde von Minton finanziert. Ein noch dreisteres Betrugsmanöver von Minton und Caberta ist die Präsentation von Stacy Brooks als "Opfer".  Brooks fungierte für Minton jahrelang als "Kaufzeugin", kaufte ihr und ihrem Ex-Mann sogar ein Haus, bevor sie seine Lebensabschittspartnerin und von ihm eingesetzte Präsidentin eines kommerziellen Treuhandfonds wurde.

Im Gegensatz zu den Behauptungen von Kent und Brooks unterhält die Scientology Kirche keinerlei "Straflager". Diese Unterstellungen beziehen sich auf ein "Projekt zur Rehabilitierung" von Mitgliedern der Sea-Org-Ordensgemeinschaft, um ihnen statt eines Ausschlusses eine neue Chance zu geben. Eine Teilnahme ist nur auf der Grundlage einer freiwilligen Selbstbestimmung möglich, verschlossene Türen gibt es dabei nicht. In anderen Religionsgemeinschaften, beispielsweise in christlichen Orden, existieren strengste Regeln, vom Zölibat, sexuellen Geboten, Kontakt-Verboten, Schweigegelübten, Selbstkasteiung, bis hin zur absoluten Armut. Jeder Mensch hat nach dem Grundgesetz und der Allgemeinen Erklärung für Menschenrechte ein Grundrecht auf religiöse Selbstbestimmung, frei von staatlicher Bevormundung. "Wir werden es deshalb nicht zulassen, dass bezahlte Lakaien auf der religiösen Überzeugung unserer Mitglieder herumtrampeln, um ihre eigenen Verfehlungen zu vertuschen."

Nach Darstellung der Berliner Scientology-Sprecherin Ute Koch "habe Minton reiche Erfahrung mit korrupten Ländern und krummen Geschäften.  Gandow und Caberta müssen aber erkennen, dass wir hier nicht in einer Bananenrepublik leben. Sie stehen nicht über den Gesetzen. Jeder andere kleine Beamte oder Kirchenangestellte würde - zurecht - schon bei der Annahme kleinster Geschenke sofort zur Rechenschaft gezogen."

Minton geriet in die internationalen Schlagzeilen, weil er zwischen 1988 und 1993 während der nigerianischen Militärdikatur international verdeckte Bankgeschäfte mit Schuldverschreibungen durchführte. Trotz reicher Erdölvorkommen gilt Nigeria weltweit als eines der ärmsten Länder. Die jetzige demokratisch gewählte Regierung bemüht sich um Aufklärung der Betrugsgeschäfte der früheren korrupten Militärmachthaber. Auch gegen Minton wird nach einer vom Staat Nigeria bei der Staatsanwaltschaft in Genf eingereichten Strafanzeige ermittelt. Er hat inzwischen selbst eingeräumt, mit den Geldwäsche-Deals enormen Profit gemacht zu haben. Allerdings habe er "nur 45 Millionen Dollar" erhalten. Damit könnten in Nigeria viele Krankenhäuser, Schulen und Kindergärten gebaut werden.

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