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Offener Brief der Scientology Kirche International an die Hamburger Innenbehörde

C H U R C H   O F  S C I E N T O L O G Y   I N T E R N A T I O N A L
Office of Special Affairs


An p;             
Behörde für Inneres
z. Hd. des Innensenators
Johanniswall 4

20095 Hamburg

18. April 2000


Betreff: Robert Minton
 

Sehr geehrter Herr Senator,
sehr geehrte Damen und Herren,

am 6. April hat Ihre Behörde eine Pressekonferenz mit dem amerikanischen Staatsbürger Robert Minton einberufen, auf der Minton zusammen mit seiner Lebensabschnittsgefährtin Stacy Brooks anwesend war.

Wie Sie wissen, hat das Berliner Landesamt für Verfassungsschutz infolge seiner Vorliebe für zweifelhafte „Quellen“ – auch und vor allem in Sachen Scientology – nicht nur seinen guten Ruf, sondern letztlich auch seine Existenzberechtigung als eigenständiges Amt verloren. 

Vor diesem Hintergrund ersuche ich Sie, die folgenden Informationen nicht einfach auf die leichte Schulter zu nehmen. Denn sie zeigen eines klar und deutlich: Robert Minton und Stacy Brooks sind alles andere als vertrauenswürdig.

Kurz bevor Ihre Behörde Robert Minton vor der Hamburger Presse zur Schau stellte, enthüllte die renommierte Londoner „Sunday Times“ einen internationalen Geldwäsche-Skandal, bei dem es um die unvorstellbare Summe von 12 Milliarden Mark aus Nigeria geht und bei dem Minton offenbar eine Schlüsselfigur ist.  Unter der Regie der ehemaligen Militärdiktatur in Nigeria hat er persönlich mehrere Zehnmillionen Dollar in die eigene Tasche gewirtschaftet – vorbei an einer hungernden Bevölkerung, die zu den ärmsten der Welt zählt. Mintons Rolle in diesem beispiellosen Fall organisierter Kriminalität wird derzeit von der neu gewählten demokratischen Regierung Nigerias untersucht.

Die „Times“ berichtet auch, daß im Zuge der Aufdeckung des Skandals bereits erste Auslandskonten eingefroren wurden.  (Anlage 1)

Stacy Brooks, die Minton nach Deutschland begleitete, hat sich vor den Augen der amerikanischen Öffentlichkeit in bezeichnender Weise selbst diskreditiert. Während sie im amerikanischen Fernsehen mit vorgetäuschten Tränen und händchenhaltend mit ihrem damaligen Ehemann der Scientology-Kirche vorwarf, diese würde sich in ihre Ehe „einmischen“, war sie zum selben Zeitpunkt bereits die heimliche und gut bezahlte Geliebte des Robert Minton.

Beide, Brooks und Minton, logen die amerikanischen Medien wiederholt über diese Zusammenhänge an, bis schließlich das US-TV-Programm „Dateline NBC“ im Dezember 1999 landesweit die Wahrheit ans Tageslicht brachte.

Der entscheidende Punkt ist hier nicht die außereheliche Beziehung als solche, aufgrund derer schlußendlich auch Mintons Familie zerstört wurde. Vielmehr sind es die skrupellosen Lügen, die beide in dem Versuch, die Scientology-Kirche zu verleumden, den Medien erzählt haben – bis ihnen nichts mehr anderes übrig blieb, als die Wahrheit zuzugeben. 

Dieses Verhalten ist symptomatisch und Teil einer langen Liste entlarvter und dokumentierter Lügen. Mintons Märchenstunde vor der Hamburger Presse läßt sich dort mühelos einreihen. Es ist einfach, Lügen zu konstruieren. Man kann jeden Tag neue erfinden. Wenn Journalisten, Beamte und Angestellte im Öffentlichen Dienst die Richtigkeit solcher Aussagen grundsätzlich nicht prüfen und sie gar noch fördern, dann werden sie schnell zum willfährigen Sprachrohr von Verleumdern.

Robert Minton macht übrigens jedes Mal andere Gründe für seine Aktivitäten bezüglich Scientology geltend, je nachdem, in welchem Land er sich gerade aufhält. Solche fortgesetzten Widersprüche sind indes nicht so unmittelbar relevant wie ihre Wurzeln.

Bereits im Alter von 17 Jahren befand sich Minton in der Gummizelle einer psychiatrischen Anstalt. Seitdem hat er eine ebenso bemerkenswerte wie aussagekräftige Spur der Gewalt durch sein Leben und das Leben anderer Menschen gelegt. Bis zum heutigen Tag befindet er sich in psychiatrischer Beobachtung. 

Dieser Hang zur Gewalttätigkeit ist eindrucksvoll dokumentiert, ein Hang, der auch nicht vor seinen beiden Ex-Ehefrauen Halt machte. Bemühungen im Rahmen einer Art „Wut-

Therapie“ brachten keine Änderung in diesem Verhalten. Relevant im vorliegenden Fall ist sicherlich die Tatsache, daß er zweimal wegen körperlicher Angriffe gegen Scientologen festgenommen wurde. Sein letzter gewalttätiger Übergriff führte zu einer Anklage durch den zuständigen Staatsanwalt. Minton muß sich deswegen Ende Mai 2000 vor einem Gericht in den Vereinigten Staaten verantworten.

Er hat nicht nur im Internet, sondern auch in anderen öffentlichen Foren immer wieder mit Gewalt gegen Scientologen gedroht und in einem Fall sogar eine Schrotflinte über die Köpfe von Mitgliedern der Scientology-Kirche abgefeuert.

Minton läßt nichts unversucht, diese Fakten zu vernebeln. In Hamburg, wo er sich sicher sein konnte, daß keine seiner Verleumdungen hinterfragt werden würde, stellte er die bizarre Behauptung auf, die Scientology-Kirche würde Waffen horten und ihre Mitglieder an  Raketenwerfern ausbilden. Mit Waffen ist aber nur eine einzige Person in Erscheinung getreten: Minton selbst.  

Natürlich erwähnt er auch nicht, daß er niemals ein Mitglied der Kirche war und niemals die Kircheneinrichtungen betreten hat, über die Bescheid zu wissen er vortäuscht. 

Die von ihm gemeinte Kircheneinrichtung liegt direkt neben einem öffentlichen Golfplatz, wird jede Woche am sonntäglichen „Tag der offenen Tür“ von zahlreichen Menschen aus der Umgebung besucht und zusätzlich kostenfrei und regelmäßig durch die örtliche Bevölkerung genutzt. Diese Nutzung reicht von Sportveranstaltungen des Seniorenclubs bis hin zur Weihnachtsfeier des örtlichen Polizeireviers. Zahlreiche Vertreter von Vollzugsbehörden auf lokaler wie auch auf Bundesebene haben diese Kirchen-Einrichtung besucht und in Augenschein genommen. Sie alle haben es nicht versäumt, die Scientology-Kirche öffentlich für ihren kommunalen Beitrag und ihre inspirierende Rolle in der Gestaltung des Gemeindelebens zu belobigen.

Alle von Mintons Unterstellungen betroffenen Scientology-Kirchen sind etablierte kommunale Glieder, deren sozialer Einsatz nicht zuletzt auch von den kalifornischen Polizeibehörden anerkannt wird. Hohe Polizeibeamte brachten wiederholt ihre Wertschätzung für die Arbeit von Scientologen im Bildungsbereich und in der Drogenrehabilitation zum Ausdruck oder auch für den Umstand, daß die Kirche Tausende von Dollars für Wohltätigkeitszwecke sammelte.

Ein Beispiel: Anläßlich seiner Pensionierung – nach 28 Dienstjahren – schrieb Captain Glenn Ackerman vom Los Angeles Police Department an die Scientology-Kirche und bedankte sich für „die tragende Rolle, die Sie dabei gespielt haben, Sicherheitskonzepte in Hollywood zu realisieren. Vielleicht am bedeutendsten war die fortwährende Führungsrolle der Kirche bei der Unterstützung unserer verschiedenen Projekte mit dem Ziel, das Gemeindeleben zu verbessern ... Ihre Teilnahme an unseren Neighborhood Watch-Programmen und Ihre unermüdlichen Anstrengungen, uns über für unsere Tätigkeit relevante Problembereiche in Kenntnis zu setzen, haben substantiell dazu beigetragen, Hollywood sicherer zu machen.“ (Anlage 2)

Mintons Behauptungen sind nicht nur absurd, wenn man die Fakten über die langjährige Unterstützung der Scientology-Kirche für die Belange von Vollzugsbehörden zur Kenntnis nimmt. Sie geraten geradezu zur Groteske, wenn man darüber hinaus die bekannten Lehrinhalte der Kirche zu den Aspekten Kriminalität und Gesetzesbefolgung zur Kenntnis nimmt und die daraus resultierende weltweite Unterstützung der Scientology-Kirche für Criminon betrachtet, eines äußerst erfolgreichen Rehabilitationsprogramms für schwere Straftäter, das auf den Werken des Scientology-Stifters L. Ron Hubbard basiert.

Wenn Sie glauben, „Quellen“ wie Robert Minton und Stacy Brooks benutzen zu müssen, dann sollten Sie auch wissen, zu welchem Preis dies aller Voraussicht nach sein wird. Das Berliner Landesamt für Verfassungsschutz hat sich bereits bis auf die Knochen blamiert und ist in Selbstauflösung begriffen. Das baden-württembergische Landesamt für Verfassungsschutz ist wegen seiner Einlassung mit „zuverlässigen Quellen“ in der Schweiz gar international in die Schlagzeilen geraten und hat, wenn auch unbeabsichtigt, der ganzen Welt gezeigt, daß für das LfV in Stuttgart die Grenzen zwischen Verfassungsschutz und Verfassungsbruch offenbar genauso fließend sind wie die zwischen Deutschland und der Schweiz.

Verantwortlich dafür, „Zeugen“ an die Hamburger Innenbehörde heranzutragen, ist Frau Ursula Caberta von der sogenannten „Arbeitsgruppe Scientology“. Mangels „Zeugen“ aus Deutschland, glaubt sie die Existenz ihres Amts dadurch rechtfertigen zu können, daß sie die Mintons und Brooks dieser Welt auf Steuerzahlerkosten importiert.

Es ist nicht das erste Mal, daß Frau Caberta bei ausländischen Scheininformanten Zuflucht sucht, einschließlich jener, deren evidente Unglaubwürdigkeit und kriminelles Vorleben der deutschen Öffentlichkeit bewußt verschwiegen wurden.

Im Oktober 1997 beispielsweise flog sie mit Steuergeldern eine „Quelle“ ein, die nach Kanada geflohen war, um einem Haftbefehl in den Vereinigten Staaten zu entgehen. Der Haftbefehl ist nach wie vor gültig, die betreffende Person hat sich schlichtweg „abgesetzt“. Der Betreffende stand und steht unter einer Untersagungsverfügung wegen Verletzung gerichtlicher Anordnungen bezüglich seiner Anti-Scientology-Aktivitäten und ist wegen Mißachtung des Gerichts vorgeladen. Der Betreffende ist darüber hinaus mit einer gerichtlichen Anordnung konfrontiert, mehr als eine Million Mark an die Scientology-Kirche zu zahlen. Sobald er kalifornischen Boden betritt, wird er verhaftet.

Ohne Rücksicht darauf führte Caberta den Betreffenden den deutschen Medien als „zuverlässige Quelle“ bezüglich Scientology vor – so wie sie es jetzt mit Minton und Brooks erneut versuchte.

Frau Caberta erwähnt solche Fakten natürlich nicht, vermutlich auch nicht behördenintern. Es ist nur angemessen, wenn ich in dieser Hinsicht weniger zurückhaltend bin und Ihnen im folgenden noch einige weitere Details zu Minton und Brooks übermittle:

Gewalt und Gewaltandrohungen durch Robert Minton:

Wie schon erwähnt existieren zahlreiche Belege zu Mintons Neigung zur Gewalt und seiner mentalen Instabilität.

Im September 1998 beispielsweise griff er einen Scientologen in Boston an. Die Polizei nahm ihn wegen Körperverletzung unter Verwendung einer gefährlichen Waffe fest. (Anlage 3)

Im Oktober 1999 attackierte er einen Scientologen vor unserer Kirche in Clearwater, Florida. Die Behörden klagten ihn wegen Körperverletzung an und erließen eine Anordnung, die Minton eindringlich nahelegte, Nachstellungen und Übergriffe gegen Scientologen künftig zu unterlassen. (Anlage 4)
   
Minton schoß bereits früher mit einer Schrotflinte über die Köpfe von Mitgliedern der Scientology-Kirche hinweg. (Den Medien gegenüber rechtfertigte er diese Tat damit, er hätte geschossen, weil er „außer sich gewesen sei“. Er sei „fälschlich“ beschuldigt worden, eine Affäre mit Stacy Brooks zu haben. Wie später in einer nationalen Fernsehsendung enthüllt wurde, logen Minton und Brooks die ganze Zeit und hatten sehr wohl eine heimliche Affäre). (Anlage 5)

Minton hat Scientologen wiederholt mit Gewalt gedroht. In einem Internet-Posting im August 1998 drohte er, jeden Scientologen umzubringen, der an seinem Grundstück vorbeikommen sollte. In zynischer Menschenverachtung ermutigte er Mitglieder der Kirche zu einem solchen Besuch, da er, wie er schrieb, „intensive Zielübungen durchführe ... mit verschiedensten Waffen“. (Anlage 6)

Bei einer anderen Gelegenheit bedrohte er Scientologen mit einer Axt und warf mit Steinen auf ein Auto, in dem er Scientologen vermutete.

Eine weibliche Scientologin, die gegen seine Übergriffe demonstriert hatte, griff er körperlich an..

Auf seiner eigenen Web-Site im Internet, auf der er sich stolz selbst präsentiert, schwingt er ein in blutrote Farbe getauchtes Samurai-Schwert. Das Foto ist mit den Worten überschrieben: „Bob Mintons Plan für alle Scientologen.“ (Anlage 7)

Festzuhalten bleibt, daß Wutanfälle und psychiatrische Behandlung eine gefährliche Kombination darstellen, wie der steigende Trend sinnloser Gewaltverbrechen in den USA während und nach psychiatrischer Behandlung anschaulich belegt. Dieser Zusammenhang wird auch von den Gerichten wahrgenommen. Sie haben gegen Minton verfügt, daß er sich Scientology-Kirchen und Scientologen nicht mehr nähern darf.

Finanzierung von Urheberrechtsverletzern:

Robert Mintons Erklärungen über seine Motivation zur Finanzierung von Personen, die „gegen“ die Scientology-Kirche sind, entsprechen nicht der Wahrheit. Vielmehr finanziert er bewußt Gesetzesbrecher und Beklagte, die vor Gericht bereits verloren haben.

Dieses systematische Verhalten, illegale und in jeder Hinsicht zwielichtige Aktivitäten zu subventionieren, zeigt deutlich sein Rechtsbewußtsein und um was es ihm wirklich geht.

Beispielsweise finanzierte er einen gewissen Arnaldo Lerma, dem im April 1997 von einem amerikanischen Bezirksgericht rechtskräftig untersagt worden war, Urheberrechte der Scientology-Kirche zu verletzen. Minton gab Lerma 60.000 Dollar, NACHDEM dieser den Gerichtsfall verloren hatte. Die Annahme liegt nahe, daß Lerma mit diesem Geld in die Lage versetzt werden soll, seine rechtswidrigen Verletzungen fortzusetzen und das Gerichtsurteil zu unterlaufen.

Dem Urheberrechtsverletzer Keith Henson stellte er 25.000 Dollar zur Verfügung. Eine Jury hatte einstimmig befunden, daß Henson Urheberrechte der Kirche vorsätzlich verletzt habe und sich für eine Schadensersatzfestsetzung von 75.000 Dollar entschieden. (Anlage 8)

Auch dem Urheberrechtsverletzer Grady Ward gab Minton über 40.000 Dollar. Dessen Verstöße gegen das Urheberrecht waren so ernsthaft, daß ein Bundesgericht einer 
3 Millionen Dollar Straffestsetzung zustimmte. Ward steht unter einer rechtskräftigen Unterlassungsverfügung und zahlt für den Rest seines Lebens monatliche Raten an die Kirche (Anlage 9). Er arbeitet jetzt für Minton und erhält dafür von Minton monatlich eine Summe von 2500 Dollar.
    
750.000 Dollar überließ Minton einer Vereinigung namens FACTNet, die wegen 
Urheberrechtsverletzungen von Scientology-Materialien vor Gericht stand. Erst nachdem FACTnet sich einer Verurteilung nicht mehr hätte entziehen können und sich mit schweren Sanktionen durch das Gericht konfrontiert sah, stimmte die Beklagte damit überein, eine zukünftige Verletzung von Urheberrechten der Kirche zu unterlassen und im Wiederholungsfall eine Million Dollar Strafe zu bezahlen.

Minton finanzierte auch den Kaufzeugen Jesse Prince, über dessen Unglaubwürdigkeit ich Ihnen und den anderen Verfassungsschutzämtern bereits am 12. November 1999 geschrieben hatte.

Ein besonders signifikantes Beispiel für Mintons Umgang mit der Wahrheit ist übrigens der von ihm auf der Hamburger Pressekonferenz an die Medien verkaufte „McPherson- Fall“. Minton unterschlug das sicherlich wichtigste Detail dieses Gerichtsverfahrens: Die zuständige Gerichtsmedizinerin änderte nämlich kürzlich ihre Befunde zu dem Fall, basierend auf einer nochmaligen Überprüfung der wissenschaftlich-medizinischen Beweise durch namhafte Gutachter, und kam zu dem Schluß, daß der Tod von Frau McPherson auf ein durch einen Unfall ausgelöstes Blutgerinnsel zurückzuführen war, das eine Lungenembolie zur Folge hatte. (Anlage 10)

Minton war sich über diese komplette Änderung der Verfahrensgrundlage wohl bewußt, als er in Hamburg darüber sprach. 

Er erwähnte sie nicht, weil er mittlerweile 850.000 Dollar in einen Zivilprozeß gegen die Kirche in Sachen McPherson investiert hatte und die jetzt widerlegten Behauptungen die Grundlage einer – ebenfalls mit diesem Geld finanzierten – Verleumdungskampagne gegen die Kirche waren.

Stacy Brooks:

Auch Stacy Brooks stellte auf der Pressekonferenz vom 6. April geradezu phantastische Behauptungen bezüglich ihrer Kirchenmitgliedschaft auf und wie sie während dieser Zeit behandelt worden sei.

Sie hatte zwar bereits früher zugegeben, daß ihre diesbezüglichen Äußerungen unwahr sind, weigerte sich aber mit deren Verbreitung aufzuhören, solange die Kirche sie nicht „für ihr Schweigen“ bezahle. (Anlage 11)

Brooks ließ sich auch für „Zeugenaussagen“ gegen Scientology vor Gericht  entlohnen – bis sie schließlich in einem Kreuzverhör als Lügnerin überführt wurde. Im Zeugenstand ist sie seit diesem Zeitpunkt nicht mehr zu finden, dafür aber auf Pressekonferenzen. Dort aber auch nur, wenn sie sich sicher sein kann, daß ihre Unterstellungen nicht hinterfragt werden – Bedingungen, die sie in Hamburg zweifelsohne vorgefunden hat. 
 
Ein durchaus bezeichnender Vorfall: Bei einer Aussage der Stacy Brooks vor einem amerikanischen Gericht bemerkte der frühere kalifornische Oberrichter David Eagleson ihren vollständigen Kompetenzmangel im Bereich der organisatorischen Kirchenstruktur und merkte an, daß „sie nicht den Unterschied zwischen einem 'director' und einem 'executive officer' kenne“ (Anlage 12). Brooks (frühere „Young“) verteidigte sich damit, daß sie „kein Experte sei“. Das ist in der Tat richtig, hinderte sie aber nicht daran, auch in Hamburg gegenüber einer unkritischen Presse unwahre Anschuldigungen vorzubringen.

Die Unfähigkeit von Stacy Brooks, grundlegende körperschaftsrechtliche und der eigenen Position zugeordnete Pflichten zu begreifen, zog sich durch ihre gesamte Zeit als hauptamtliche Mitarbeiterin der Kirche.

Sie mußte ihr Amt als Geistlicher der Kirche ebenso aufgeben, weil sie damit verbundene grundlegende ethische Pflichten verletzte, wie ihre spätere Mitarbeit bei „Freedom“, dem Menschenrechtsmagazin der Scientology-Kirche. Dort hatte sie heimlich versucht, die Publikation für Profitzwecke zu „verselbständigen“ und die Verbindung zur Kirche „auszublenden“.

Brooks behauptet, „Kenntnisse“ über David Miscavige zu besitzen, den Vorstandsvorsitzenden des sogenannten Religious Technology Center. Tatsache ist, daß sie Anfang der 80er Jahre für einige Monate in der gleichen Organisation wie er tätig gewesen ist. Sie wurde jedoch wegen Inkompetenz entlassen.

Brooks behauptet weiter, daß sie an Bemühungen der Kirche beteiligt gewesen sei, Steuerbefreiung für die Scientology-Kirchen in den Vereinigten Staaten zu erlangen. Tatsächlich verließ sie die Kirche 1989 – zwei Jahre bevor die umfangreiche Prüfung der amerikanischen Steuerbehörde IRS überhaupt erst begann, und vier Jahre bevor sie abgeschlossen war. Diese Prüfung, und nicht die Phantastereien einer Stacy Brooks, führte Ende 1993 schließlich zur Gewährung der Gemeinnützigkeit für alle amerikanischen Scientology-Kirchen und angeschlossenen Organisationen. 

Soweit zu Stacy Brooks.

Der Schulterschluß zwischen dem „Ehrenmann“ Minton und Vertretern deutscher Ministerien verhöhnt alle demokratischen Werte. Minton verdiente sein Geld mit skrupellosen Geschäften, die in ihrer letztlich rassistischen und menschenverachtenden Dimension kaum zu überbieten sind. Welche Art von Mensch muß man sein, um mit dem Elend und Leid eines Landes wie Nigeria ein Vermögen zu machen? Wer solche Leute auch noch als „glaubwürdig“ verkauft, der weiß nicht mehr, was er tut. So oder so haben die verantwortlichen Behörden- und Ministeriumsvertreter jeglichen Anschein fallengelassen, sich an internationale Menschenrechtsabkommen und an das im Grundgesetz verankerte Gebot staatlicher Neutralität in Religionsfragen zu halten.

Ich möchte Sie in aller Eindringlichkeit bitten, die in meinem Schreiben aufgeführten Tatsachen nicht einfach zu ignorieren. Sie werden Verständnis dafür haben, daß eine fortgesetzte Allianz Ihrer oder anderer deutscher Behörden mit Robert Minton und Stacy Brooks auf Seiten der Scientology-Kirche als genau das betrachtet werden wird, was es auch wäre: eine allen rechtsstaatlichen Prinzipien spottende und nur noch von Bösartigkeit motivierte Kampagne gegen die deutsche Scientology-Kirche.

Sie können versichert sein, daß die Kirche die notwendigen Schritte im Rahmen des rechtlich und publizistisch Zulässigen ergreifen wird, um die Rechte ihrer Gemeindemitglieder in der Bundesrepublik zu wahren.

Ich möchte abschließend noch kurz die verfassungswidrige „Arbeitsgruppe Scientology“ in Ihrer Behörde und deren Leiterin Ursula Caberta zur Sprache bringen -- eine „Menschenrechts-verletzerin“, wie die Scientology Kirche Hamburg aufgrund eines Urteils des OLG Hamburg behaupten darf.

In der Vergangenheit haben wir mehr als einmal auf den Umstand hingewiesen, daß Frau Caberta und ihr Büro jährlich mehr als eine Million Mark an Steuergeldern verschwenden. 
 Ich frage Sie: wofür? Um beständig Grundrechte von Verfassungsrang zu verletzen und um deutschen Bürgern und ihren Familien Schaden zuzufügen?

Der Tag wird kommen, an dem die Aktivitäten der Frau Caberta als das gesehen werden, was sie sind: eine Fortschreibung der Inquisition, die Menschen jagt und Existenzen zerstört und Schande nicht nur über Hamburg, sondern über ganz Deutschland gebracht hat.

Zieht man zusätzlich in Betracht, daß sie Ganoven wie Robert Minton mit dem 
Unbedenklichkeitssiegel der Hamburger Innenbehörde ausstattet, und das nicht nur einmal, 
dann zeigt dies um so mehr, daß Ursula Caberta fehl am Platze ist.

Wir fordern Sie deshalb auf, Frau Caberta umgehend von ihren Pflichten zu entbinden.

Mit freundlichen Grüßen
 
Kurt Weiland
Vorstandsmitglied
Church of Scientology International
 

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