PROKLAMATION
des Europäischen Marathons für Menschenrechte, 1999, in Anerkennung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte
- Da die Rechte, die durch diese Erklärung geschützt werden allgemeiner Natur und ein angeborenes Recht eines jeden Menschen sind,
- und da Gewalt und Krieg im Kosovo ausgebrochen sind, und Menschen ermordet, mißhandelt und aus ihrem Heimatland vertrieben worden sind,
- und da internationale Menschenrechtsgremien die Diskriminierung religiöser Minderheiten durch Regierungen in Deutschland, Frankreich, Österreich, Belgien und Rußland mißbilligt haben,
- und da die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa und der Sonderberichterstatter für Religiöse Intoleranz der Vereinten Nationen von nationalen Regierungen verlangen, der Allgemeinen Erklärung und der Europäischen Menschenrechtskonvention Folge zu leisten, und zur Diskussion stehende Themen im Dialog mit religiösen und ethnischen Minderheiten zu lösen,
- rufen wir, die Unterzeichner, Frauen und Männer unterschiedlichen Glaubens und unterschiedlicher ethnischer und kultureller Herkunft, alle Politiker und Leiter religiöser Gemeinschaften in ganz Europa dazu auf, durch Worte aber auch durch Taten den allgemeinen Rechten und Freiheiten Geltung zu verschaffen;
- und wir fordern Deutschland als führende Nation
Europas auf, die Diskriminierung aus Gründen der religiösen
Zugehörigkeit,
die von internationalen Menschenrechtsgremien in 24 verschiedenen Berichten
angeprangert worden ist, zu beenden und sich stattdessen für den
Dialog einzusetzen. Wir glauben, daß sich Deutschland
der Toleranz verschreiben sollte, um anderen Ländern damit Beispiel
zu sein.
Deshalb tragen wir die Botschaft des Friedens und der
Freiheit für alle Menschen zu Fuß über 4.500 Kilometer
weit, über Land und über Wasser und durch sechs Nationen an seinen
Bestimmungsort in Deutschland.