Der Milliardenschwindel:
Wer steckt wirklich
hinter der "Sekten-Enquete"?

Es sind jedoch nicht nur die unverhohlenen Absichten eines Großteils der Mitglieder der Enquete, die auf jeden unvoreingenommenen Betrachter verstörend wirken müssen. Noch verstörender sind die "Absichten hinter den Absichten", die Absichten und Beweggründe der eigentlichen "Macher" der Enquete, die nicht einmal allen ihren Mitgliedern, geschweige denn dem Einsetzungsgremium Bundestag bekannt sind.

 Die Enquete-Kommission "Sogenannte Sekten und Psychogruppen" weist nämlich eine weit umfangreichere politische Vorgeschichte auf, als die offizielle Darstellung - Bürger klagen, Petitionsausschuß empfiehlt, Bundestag verabschiedet -, wie sie auch im Zwischenbericht der Enquete-Kommission verbreitet wird, vermuten läßt.

 Tatsächlich ist die Kommission nur die letzte Phase eines Komplotts, das die deutschen Steuerzahler Milliarden kostet. Es ginge um die "Sektengefahr", heißt es. Zumindest für die wirklichen "Macher" der Enquete geht es jedoch um etwas völlig anderes, etwas, das seinen Anfang bereits in Deutschlands dunkelsten Tagen nahm. Um dies zu verstehen, muß man die Geschichte für einen Moment zurückdrehen:

 Der Anfang

Bis in die 70er Jahre war die Verstrickung der deutschen Psychiatrie in die Scheußlichkeiten des Holocaust erfolgreich unter den Teppich gekehrt worden.

Daß es fast ausschließlich Psychiater waren, welche die Grundlagen für die Rassenhygiene, für die Zwangssterilisation und für das Euthanasieprogramm unter den Nazis gelegt hatten, steht heute außerhalb jedes vernünftigen Zweifels - genauso wie ihre darauf folgende Mitsprache und Mithilfe bei der Auslöschung ganzer Bevölkerungsteile.

 Die sogenannten T4-"Experten" ["T4" stand für "Tiergartenstraße 4" in Berlin, Adresse der Nazi-Kommandozentrale des Euthanasieprogramms "Aktion Gnadentod"], die über Leben und Tod entschieden, wer also den Gaskammern zugeführt werden sollte, waren fast ausschließlich Psychiater: Professor Werner Villinger, Heyde, Mauz, Panse und Max de Crinis, um nur einige wenige Namen zu nennen.

 Mit Beginn des Jahres 1941 wurde das erprobte psychiatrische Tötungsmodell in der Operation 14f13 zur "Leerung" der Konzentrationslager benutzt, unter Einsatz desselben Personals. Schließlich wurden das "Know-how" der T4 und etwa 100 ihrer Mitarbeiter in die Vernichtungslager nach Polen verlegt. Nach dem Muster der psychiatrischen Tötungsanstalten in Deutschland vergaste man dort Millionen von Menschen.

 Trotz ihrer Mitverantwortung für den Holocaust und im Gegensatz zu jeder anderen darin verwickelten Berufsgruppe gelang es den führenden Köpfen der NS-Psychiatrie, nicht nur sich selbst, sondern auch praktisch die gesamte psychiatrische Ideologie und "Therapie" über das Jahr 1945 hinaus und in die neue Bundesrepublik hinein zu retten - unverändert.
 

Erst in den 70er Jahren und nach Öffnung von Archiven kam tröpfchenweise, in den 80er und 90er Jahren schließlich sturzbachweise die Wahrheit ans Licht. Dieses traurige Kapitel deutscher Geschichte ist heute detailliert dokumentiert.

 1970

 1970 war die braune Vergangenheit und Gegenwart der Psychiatrie noch uneingeschränkt unter weißen Kitteln verborgen.

Aber wie lange noch, mußte man sich fragen.

 Gewissermaßen "präventiv" war es höchste Zeit für eine "Reform der Psychiatrie", wie man es nannte. Damalige Bundestagsabgeordnete wie Walter Picard, Gottfried Köster und Dr. Berthold Martin verlangten unter direktem Einfluß der psychiatrischen Lobby die Einsetzung einer Bundestags-Enquete-Kommission zum Thema "Untersuchung über die psychiatrisch-psychohygienische Versorgung der Bevölkerung".

 Ohne Hemmungen bezifferten diese Politiker auch gleich die Größe des Marktanteils, den die Psychiatrie zu erobern beabsichtigte: Tatsache sei, daß "10 % bis 12 % der Bevölkerung einer psychiatrischen Versorgung in unterschiedlichen Formen bedürften" (Bundestagsdrucksache VI/474, sechste Wahlperiode, 5. März 1970).

Das sollte heißen, daß nicht weniger als sechs Millionen Menschen in den damals alten Bundesländern mehr oder weniger als "geisteskrank" und "potentiell geisteskrank" eingestuft wurden. Wie man auf diese Zahlen gekommen war, blieb im Dunkeln.

 1971

 Zur Unterstützung ihres Ansinnens wurde am 18. Januar 1971 eiligst eine sogenannte "Aktion Psychisch Kranke" (APK) ins Leben gerufen. Als Gründungsort wurde das Bundeshaus gewählt, zu jener Zeit Sitz des Parlaments. Die Eröffnungsrede wurde von dem oben erwähnten Abgeordneten Dr. Martin gehalten. Der Vorsitz wurde von dem oben genannten Christdemokraten Walter Picard übernommen. Gottfried Köster wurde zum Rechnungsprüfer ernannt. Der stellvertretende Vorstand und die Beisitzer setzten sich hauptsächlich aus Psychiatern zusammen, wie beispielsweise den Professoren Kulenkampff, Häfner und Meyer. Die satzungsgemäße Aufgabe der APK war es, die geplante Enquete zur "Psychiatrie-Reform" durch den Bundestag genehmigt zu bekommen.

Das den APK-Betreibern vorschwebende Programm hatte seine geistigen Wurzeln bereits in einem Entwurf aus dem Jahre 1943. Nun gingen sie daran, ihr "Programm" in die Tat umzusetzen - finanziert vom damaligen Bundesministerium für Jugend, Familie und Gesundheit (BMJFG).

 Es erübrigt sich fast zu erwähnen, daß die schließlich vom Bundestag abgesegnete und unter dem Bundesministerium für Familie, Jugend und Gesundheit angesiedelte Enquete-Kommission, die den Zustand der Psychiatrie in Deutschland "untersuchen" sollte, als "Experten" sechs Mitglieder des gerade neu gegründeten psychiatrischen Lobby-Vereins APK berief: Die schon erwähnten Professoren Kulenkampff, Häfner und Meyer, sowie die APK-Neuzugänge Winkler, Zumpe und den deutschen Dr. Reimer, einen vehementen Befürworter der Elektroschockbehandlung.

 Es war eine feine Gesellschaft, die das "psychohygienische" Schicksal Deutschlands hier in die Hände nahm:

Häfner, Psychiater an der Universität Heidelberg, hatte unter dem Nazi-Psychiater Ernst Kretschmer promoviert, der mit seinem Verband für psychische Hygiene und Rassenhygiene schon 1933 den Grundstein zur Endlösung gelegt hatte. In einer Nachkriegsforschungsarbeit zum Thema "Psychiatrie der Verfolgten" kam Häfner gemeinsam mit einigen Kollegen zu dem Schluß, daß die Opfer einer unter dem Nazi-Regime "rechtmäßig durchgeführten Zwangssterilisation" keinen Anspruch auf Entschädigung hätten.

 APK-Mitglied und Enquete-Experte Dr. Joachim-Ernst Meyer studierte unter Max de Crinis in Berlin, Hitlers Leib-Psychiater und Todesengel der NS-Vernichtungspsychiatrie.

 Walter Theodor Winkler promovierte, wie sein Kollege Häfner, unter dem NS-Psychiater Kretschmer und studierte unter dem T4-Gutachter Mauz, dessen Aufgabe darin bestanden hatte, "unwertes Leben" in die Gaskammern zu befördern.

 Erwähnt werden sollte in diesem Zusammenhang auch der Staatssekretär des Bundesministeriums für Jugend, Familie und Gesundheit jener Jahre, der sich für die Psychiatrie- Enquete stark gemacht hatte: Prof. Dr. von Manger-Koenig. Er hatte unter dem T4-Gutachter und berüchtigten Zwangssterilisationspsychiater Prof. Dr. Werner Villinger promoviert, der als Kinderpsychiater auch nach dem Krieg seine kleinen Patienten noch als "Menschenmaterial" bezeichnete.

 Die Ergebnisse der "Enquete" waren vorhersehbar. Während am Anfang "nur" über annähernd sechs Millionen potentielle psychiatrische Patienten diskutiert wurde, traute man beim Blick in den Schlußbericht seinen Augen nicht: Im Laufe der Untersuchungen erhöhte sich die Zahl der potentiellen psychiatrischen Patienten auf 20 Millionen Bürger, die entweder dauernd, wiederholt oder wenigstens einmal in ihrem Leben angeblich eine psychiatrische Behandlung benötigten. In den 70er Jahren bezog sich dies nur auf die alten Bundesländer. Ein immenses "Potential". Ein Beweis, der diese Zahlen hätte stützen können, fehlte allerdings.

 Die Schlußfolgerung, die von der Enquete-Kommission aufgrund dieser Zahlen gezogen wurde, sollte jedem klar sein: Mehr Geld sei nötig, um ein Netz psychiatrischer Einrichtungen in ganz Deutschland aufzubauen.

Die Regierungsdrucksache 7/1124 aus dem Jahre 1972 drückt es wie folgt aus: "Dabei ist der Grundsatz zu beachten, daß die Beratungs- und Behandlungseinrichtungen des Standardversorgungsgebietes für alle Einwohner leicht erreichbar sein müssen. Kapazität und Gliederung der psychiatrischen Einrichtung eines Standardversorgungsgebietes sollen gewährleisten, daß alle Einwohner dieser Region dort versorgt werden können -"

 Und Geld floß von nun an reichlich.

 Der Psychiater G. Brock Chisholm, Mitbegründer des Weltverbandes für Geistige Gesundheit, legte im Jahre 1946 die Nachkriegsrichtung in der Psychiatrie mit folgenden Worten fest: "- Die Neuinterpretation und schließlich Ausradierung der Vorstellung von richtig und falsch - sind das Ziel aller effektiven Psychotherapie - Wenn die Rasse von ihrer sie verkrüppelnden Last von Gut und Böse befreit werden soll, müssen es Psychiater sein, die diese Verantwortung auf sich nehmen -"

 Was sind die Ergebnisse dieser Bemühungen, die "Vorstellung von richtig und falsch" auszuradieren? Nie zuvor in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland hat die Kriminalitätsrate solch alarmierende Höhen erreicht. Gewalt an Schulen gilt als normal, das Drogenproblem ist dermaßen außer Kontrolle geraten, daß auf Länder- und selbst auf Bundesebene die legale Verschreibung von Heroin offen diskutiert wird. Ecstasy und andere bewußtseinsverändernde Drogen überschwemmen den Markt, und mit Sex und Perversion läßt sich buchstäblich alles verkaufen.

Auf diese Weise "schafft" die Psychiatrie letztlich die Zahlen und Statistiken, die 1970 noch ein bloßer Rechtfertigungsgrund für die Erlangung gigantischer Geldmittel waren. 1,6 Milliarden Mark Ausgaben der Krankenkassen im Jahre 1995 allein für Psychopharmaka, also fragwürdige psychiatrische und psychotherapeutische Drogen ohne Heilwirkung im engeren Sinn, belegen einen katastrophalen Trend.

 Der natürliche Feind

 Der natürliche Feind der materialistischen und seelenlosen Sichtweise der Psychiatrie ist natürlich die Religion. Alle Religionen haben klare Vorstellungen von richtig und falsch, von gut und böse.

 Religionen und ganz speziell neue Religionen stehen psychiatrischen Therapien (Drogen, Elektroschocks etc.) und psychiatrischen Ideologien fast ausnahmslos ablehnend gegenüber. Solange es Religionen gibt, wird die Psychiatrie also ihre langfristigen Ziele nicht erreichen. Im Gegenteil.

Das Erkennen dieser Bedrohung durch die früheren psychiatrischen Manipulatoren wird offensichtlich in einer Äußerung, die im Jahre 1940 der Psychiater J. R. Rees getätigt hatte, ein Kollege Brock Chisholms und später ebenfalls Mitbegründer des Weltverbandes für Geistige Gesundheit:

"Wir haben einen lohnenden Angriff auf eine Anzahl von Berufen begonnen. Am einfachsten tun wir uns natürlich mit den Lehrberufen und mit der Kirche, am schwierigsten verhält es sich mit der Rechtswissenschaft und mit der Medizin - Wenn wir Zugang zu den Berufen und den sozialen Aktivitäten unserer Bürger wollen, meine ich, müssen wir totalitäre Verhaltensweisen nachahmen -"

 Eine unmißverständliche Äußerung.

Deshalb begann man - vorsätzlich - die etablierten Kirchen mit psychiatrischen Ideen zu infiltrieren und zu pervertieren. Dann aber nahm die Psychiatrie etwas wahr, was sie, zu Recht oder nicht, für eine neue Bedrohung ihres Monopols hielt: das Auftreten neuer religiöser Bewegungen in Europa.

 1977

 Psychiatrische Vereinigungen hatten bereits "Probleme" mit der Scientology Kirche und anderen Religionen in den USA. In den frühen 70er Jahren etablierte sich die Scientology Kirche auch in Deutschland und anderen europäischen Staaten und gefährdete die wohldurchdachten Pläne der "Psychiatriereform" unter anderem damit, daß sie eine Reihe ihrer geheimen Pläne an die Öffentlichkeit brachte.

 Die "Lösung" der Psychiatrie für das unerwünschte Aufleben neuer und alter Formen der Spiritualität und der Gefährdung ihrer eigenen gegensätzlichen Pläne bestand darin, gegen dieses Aufleben eine vorgeschobene "Interessengruppe" mit dem Namen Aktion für geistige und psychische Freiheit (AGPF) ins Leben zu rufen. Offiziell wurde dieser Verein von einem "betroffenen Elternteil" sowie dem damaligen Leiter des CDU/CSU-Innen- und Rechtsausschusses im Deutschen Bundestag, Friedrich Vogel, und von dem "Sektenbeauftragten" der evangelischen Landeskirche Berlin, Thomas Gandow, gegründet.

 Weniger offiziell teilte sich die AGPF unter der Adresse Graurheindorfer Straße 15 in Bonn die Räume mit ihrer "Mutterorganisation", dem erwähnten Psychiatrie-Lobbyverein "Aktion Psychisch Kranke" (APK). Beide Vereine wurden von der Bundesregierung erheblich finanziert, und zwar aus demselben Haushaltstopf: Psychiatrie und Psychohygiene.

 Die AGPF, das Ziehkind der "Aktion Psychisch Kranke", entwickelte sich planmäßig und schnell zum "Dachverband" aller kirchlichen und nichtkirchlichen Organisationen zur koordinierten Bekämpfung neuer religiöser Gemeinschaften. Ob Oshos oder Hare-Krishna, Vereinigungskirche oder Scientology, alle neuen spirituellen Bewegungen wurden zur Zielscheibe dieses Vereins.

 Was sich in der Öffentlichkeit als "Elterninitiativen" darstellte, war in Wirklichkeit nichts anderes als eine bis ins letzte Detail gesteuerte Kampagne der deutschen Psychiatrie, um ihre eingebildeten und tatsächlichen Gegner zu Fall zu bringen.

So konnte die APK heimlich ihre eigenen Pläne weiterverfolgen.

Primäre Zielscheibe war von Anfang an die Scientology Kirche - aus mindestens zwei Gründen. Einer davon ist, daß die Lehre der Scientology vor allem in säkularisierten Bereichen wie Drogenrehabilitation, Rehabilitierung von Kriminellen, Behebung von Analphabetismus und auf ähnlichen Gebieten erheblich höhere Erfolgsquoten zeitigt als dies bei etablierten Bemühungen und "-ologien" der Fall ist. Scientology steht alleine schon deshalb nachweislich nicht wenigen Organisationen "im Weg". Vornehmlich ist in diesem Zusammenhang aber die etablierte und institutionelle Psychiatrie zu nennen. Der andere Grund: Eine eigene Menschenrechtskommission, die vor drei Jahrzehnten von der Scientology Kirche gegründet wurde, beschäftigt sich weltweit in über 100 Büros ausschließlich mit der Aufdeckung und Abschaffung von psychiatrischen Mißbräuchen durch Psychopharmaka, Elektroschocks und Psychochirurgie, die unter dem Deckmantel der "Therapie" unzählige Menschen für immer schädigen. Es wundert allein schon deshalb nicht, daß hinter jedem organisierten Angriff auf die Scientology Kirche bislang immer auch psychiatrische Verbände standen - auch und vor allem in Deutschland.

 Die AGPF/APK jedenfalls begann unmittelbar mit politischer Lobby-Arbeit in Bonn und erreichte 1978, daß die Bundesregierung - in Person des damaligen Staatssekretärs Wolters im BMJFG - zum ersten bundesweiten "Schlag" gegen "neue Jugendreligionen" ausholte, unter Einsatz Hunderter von Medien.

(Später werden Journalisten aufdecken, daß Wolters wie auch sein Vorgänger und Psychiatrie-Enquete-Initiator Manger-Koenig jahrelang auf der Lohnliste des Bundesverbandes der Deutschen Pharmazeutischen Industrie standen, der zur Durchsetzung seiner Interessen in Bonn ein eigenes "Schmiergeldbüro" unterhielt.)

 Gleichzeitig bewirkten APK-Lobbyisten eine Erhöhung des BMJFG-Jahreshaushalts zur Umsetzung der Psychiatrie-Enquete (Etablierung eines psychiatrischen "Netzwerks") um 800%, von 10.000.000 Mark auf 80.000.000 Mark.

 1992

 Über viele Jahre hinweg war (und ist) die AGPF/APK die treibende Kraft hinter den Angriffen auf neue religiöse Bewegungen in der Bundesrepublik. Ihre Attacken auf diese Bewegungen wurden aus Steuermitteln finanziert, trotz der Tatsache, daß dies eine direkte Verletzung des Artikel 4 Grundgesetz darstellt, der die Religions- und Bekenntnisfreiheit garantiert.

 Es bedarf kaum einer Erwähnung, daß dieser Grundgesetzartikel zu fast keinem Zeitpunkt seines Daseins befolgt wurde. Seit einer Bundesverwaltungsgerichtsentscheidung im Jahre 1992 stellte sich die Finanzierung allerdings nicht mehr so einfach dar. Das Gericht erachtete es als klaren Grundrechtsverstoß, daß die Bundesregierung im vorgeblich der religiös-weltanschaulichen Neutralität verpflichteten Staat offen die "Schmutzarbeit" von Dritten erledigen ließ.

 Daraufhin verlagerte die AGPF unter ihrem Leiter Ingo Heinemann die "Schmutzarbeit" eine Etage tiefer. Sogenannte "Bürgerinitiativen" gegen neue religiöse Bewegungen wurden mit Unterstützung der AGPF an der Front tätig. Eine der ersten wurde in der kleinen Stadt Hoisdorf in Schleswig-Holstein aus dem Boden gestampft. Anlaß: Ein Scientologe hatte dort ein Grundstück samt Gebäude gekauft. Ergebnis: Tausende von Unterschriften wurden gesammelt und unter Leitung der AGPF dem Petitionsausschuß in Bonn vorgelegt.

 1997 - Der Kreis schließt sich

 Wieviele weitere von der AGPF gesteuerte Petitionen in Bonn über neue religiöse Bewegungen tatsächlich eingingen, ist nicht bekannt.

Bekannt ist jedoch, daß der Petitionsausschuß aufgrund dieser "Initiativen" schließlich die Einsetzung einer Enquete-Kommission "Sogenannte Sekten und Psychogruppen" empfahl.

 Jetzt galt es die nächste Hürde zu nehmen: die Verabschiedung der Enquete durch den Deutschen Bundestag - trotz einer alternativen Enquete von Bündnis 90/Die Grünen zum Thema "Die Zukunft der Arbeit". Nur eine Enquete konnte das Rennen machen.

 Die AGPF/APK schickte ihre Chef-Lobbyisten an die Front.

In ihrer Eigenschaft als Bundestagsabgeordnete und als "sektenpolitische Sprecherin" der SPD drückte das spätere Enquete-Mitglied Renate Rennebach schließlich die "Anti-Sekten-Enquete" durch die parlamentarischen Instanzen - eine Enquete, die sie selber zusammen mit dem jetzigen Enquete-Mitglied Ursula Caberta initiiert hatte.

 Renate Rennebach hält aber noch eine andere Funktion inne, von der nur wenige wissen: Seit 1993 ist sie Mitglied im Kuratorium der AGPF, genau jenes Vereins also, der von der APK hingestellt wurde, um neue Religionsgemeinschaften zu bekämpfen und nach Möglichkeit zu vernichten.

Ihr zur Seite steht ein weiteres Enquete-Mitglied, Regina Schmidt-Zadel. Sie ist Vorstandsmitglied der APK.

 Pate für die Enquete-Kommission "Sogenannte Sekten und Psychogruppen" stand also dieselbe APK, die als psychiatrischer Lobbyverein schon einmal eine Pseudo-Enquete bewerkstelligt hatte, die Milliarden in die Kassen der deutschen Psychiatrie fließen ließ.

 Seit nunmehr zwei Jahren arbeitet eine zweite Enquete im Namen und im heimlichen Auftrag der AGPF/APK daran, die vermeintlich letzten Hindernisse zur Durchführung psychiatrischer Langzeitpläne für die Bevölkerung und für einen ungehinderten Geldfluß aus Krankenkassen- und Steuermitteln auszuschalten: neue religiöse Gemeinschaften im allgemeinen und Scientology im besonderen.

 So schließt sich der Kreis.

 Ein durchweg perfider Plan, drehbuchmäßig ausgeführt, von 1970 bis 1998 ein einziges abgekartetes Spiel außerhalb der Augen der Öffentlichkeit, der Justiz, und mit Sicherheit auch außerhalb des Informationsstands der meisten Mitglieder des Bundestags - und natürlich auf Kosten des Steuerzahlers.

 Es braucht nicht zu wundern, daß die AGPF es im Rahmen dieses Komplotts ebenfalls versteht, ganz unabhängig von der APK, ihre eigenen finanziellen Schäfchen ins Trockene zu bringen: Die bisherige Untersuchungsarbeit der Bonner Enquete habe ergeben, so Renate Rennebach auf einer Pressekonferenz in Bonn am 10. Juli 1997, daß die staatliche Finanzierung von "Eltern- und Betroffeneninitiativen" einer "dringenden gesetzlichen Regelung" bedürfe. Laut "Expertenmeinung" stünde einer gesetzlichen Regelung der Finanzierung dieser Initiativen (und somit vor allem der AGPF) durch den Staat trotz des erwähnten Bundesverwaltungsgerichtsurteils zum staatlichen Finanzierungsverbot solcher Gruppen "nichts im Wege". Eine Gesetzesinitiative soll deshalb "unverzüglich in Angriff genommen werden".

 Verpackt ist dieses Ansinnen der heimlichen AGPF-Funktionärin Rennebach als "Sondervotum der SPD". In einem fiktiven Handbuch mit dem Titel "Wie bastle ich mir mein eigenes Gesetz zur finanziellen Dauerversorgung" müßte diesem Vorstoß zweifelsohne ein eigenes Kapitel eingeräumt werden. Mit einer Dreistigkeit, die ihresgleichen sucht, soll unter dem Deckmantel "rechtsstaatlicher Notwendigkeiten" und als Konsequenz von "Untersuchungsergebnissen", die von vornherein feststanden, privaten finanziellen Interessen zum Durchbruch verholfen werden. Einmal mehr zeigt sich, in welchen verdeckten Bahnen sich der Mißbrauch selbstverliehener politischer Macht bewegen kann.

"Hexenhammer" in Neuauflage

 Die Macher der Enquete begnügen sich aber nicht etwa nur mit der geplanten "Neutralisierung" zumindest bestimmter neuer Religionen. Dem sogenannten "alternativen Psychomarkt", also der gesamten vermeintlichen Konkurrenz der psychiatrischen und psychotherapeutischen Schulmedizin, soll durch einen von den Enquete-Mitgliedern Caberta und Keltsch erarbeiteten und über den Hamburger Senat beim Bundesrat eingebrachten Gesetzesentwurf der Boden entzogen werden. Das Gesetz zur Regelung der Rechtsbeziehungen zwischen Anbieterinnen und Anbietern und Hilfesuchenden auf dem Gebiet der gewerblichen Lebensbewältigungshilfe beabsichtigt, jegliche "Lebenshilfe" unter staatliche Kontrolle zu stellen, soweit sie entgeltlich angeboten wird.

Unter "gewerbliche Lebenshilfe" fallen laut ursprünglichem Gesetzesvorschlag sämtliche vorstellbaren Interaktionen zwischen Helfern und Hilfesuchenden mit dem Ziel der Verbesserung der seelischen Befindlichkeit oder der geistig-seelischen Fähigkeiten, sei es durch Gespräch, Unterricht, mentales oder körperliches Training in sogenannten Selbsterfahrungsgruppen, Workshops, Selbststudium oder sonstwie, soweit dafür ein Entgeld verlangt wird. Ob Religionsgemeinschaft oder Karate-Klub, unter diese "Begriffsbestimmung" läßt sich praktisch alles subsumieren.

Ausdrücklich vom Wirkungskreis des Gesetzes ausgenommen sind Ärzte, Psychiater und die Amtskirchen.

 Auf die parlamentarische Anfrage, ob es denn Erkenntnisse darüber gäbe, welche somatischen oder psychischen Schädigungen die sogenannte gewerbliche Lebenshilfe ausgelöst habe (als nachvollziehbare äußere Anlässe des Gesetzes) und ob solche Schädigungen, wenn es sie gegeben habe, signifikant häufiger aufgetreten seien als bei der Schulmedizin oder bei der traditionellen Seelsorge, antwortete die Bundesregierung beide Male mit "Nein" bzw. daß ihr keine diesbezüglichen Erkenntnisse vorlägen. Auch im Ausland gäbe es keine Sonderregelung der hier angestrebten Art.

 Ursprünglich war der Grundgedanke des Gesetzesentwurfs - wie konnte es anders sein -, eine neue Anti-Scientology-Cruise-Missile auf den Weg zu bringen. Mittlerweile ist diese jedoch erstens erheblich vom Kurs abgekommen und zweitens zur Splitterbombe mutiert, die vermutlich alles treffen wird, was nicht sicher unter dem Schirm der Schulmedizin und der Amtskirchen steht oder sich anderweitig seiner Haut zu wehren weiß.

 Einige Feinheiten des Gesetzesentwurfs haben es allerdings nicht durch den Bundesrat geschafft. Sie sind dennoch erwähnenswert: Das von Jürgen Keltsch und Ursula Caberta ursprünglich forcierte Instrumentarium reichte von einem vierwöchigen Widerrufsrecht des "Hilfesuchenden" (derzeit auf zwei Wochen reduziert) bis zur Beweislastumkehr bei Schadenersatzansprüchen. Im Klartext: Behauptet der Meditationsschüler, daß er "geistige Schäden" erlitten hätte, obliegt es dem Anbieter zu beweisen, daß diese Schäden nicht durch seinen Meditationsworkshop zustandekamen. Dies ist natürlich so gut wie unmöglich. Dem "Mißbrauch des Mißbrauchs" würde Tür und Tor geöffnet werden. Zumindest von der Psychiatrie-Lobby war es auch so beabsichtigt. Schließlich geht es nicht um eine "Regulierung des Marktes", sondern um eine clever gestaltete und hinter der "Sektenproblematik" verborgen gehaltene Ausschaltung aller Hindernisse auf dem Weg zum psychiatrischen Einheitsstaat, in dem geistige Verbesserung und Seelsorge ausschließlich irgendwo zwischen Glückspillen und psychiatrisch-chirurgischen Gehirneingriffen stattfinden.

 Es ist im übrigen nur eine Frage der Zeit, bis sich auch die Amtskirchen "psychiatrischen Standards" werden stellen müssen. Die "psychologische" Ausbildung von Pfarrern ist heute bereits Realität in etlichen Gebieten der Welt und drängt die praktische Seelsorge schleichend, aber bestimmt, in den Hintergrund. Wer heute aufmerksam den Aushang von amtskirchlichen Stellen studiert, auch in Kirchengebäuden, der wird zwar immer öfter das Angebot der "psychologischen Beratung" finden, aber nur schwerlich das des seelsorgerischen Gesprächs. Der Begriff als solcher scheint bereits obsolet zu sein.

 So oder so: Das "Lebensbewältigungshilfe-Gesetz" wird in der einen oder anderen Form als Mittel der "Eindämmung" verabschiedet werden. Des weiteren sollen diejenigen "Lücken", die das Gesetz nicht zu schließen vermögen wird, von einer Reihe unterstützender Regulierungen und Gesetzesnachbesserungen erfaßt werden. Hierzu gehört u. a. auch eine vorgeschlagene Änderung des Heilpraktikergesetzes, wonach alle auf Heilung oder Linderung ausgerichtete Methoden, die unter wissenschaftlichen (schulmedizinischen) Gesichtspunkten "wirkungslos" sind, als Straftatbestand deklariert werden.

 Spiel ohne Grenzen

 Den meisten Mitgliedern der Enquete sind die hier geschilderten Hintergründe und politischen Manipulationen, die nur einen Teilausschnitt eines jahrzehntelang andauernden Komplotts darstellen, nicht zuzurechnen.

 Dieser Umstand ändert aber wenig bis nichts. Die Kenntnis der Tatsache, daß die Bonner "Sekten-Enquete" letztlich eine Marionetten-Kommission darstellt und größtenteils unbewußt anderen Herren als dem Bundestag und dem Gemeinwohl diente und noch dient, wird für die Mehrzahl der Mitglieder der Enquete mit Sicherheit kein Anlaß sein, ihre Mitwirkung in der grundgesetzwidrigen Groteske - zumindest nachträglich - zu überdenken.

 Die vorgeblich "neutrale" Enquete-Kommission rekrutierte sich, wie dargelegt, fast ausschließlich aus erklärten "Sekten"- und Scientology-Gegnern. Damit dürfte auf seiten ihrer Mitglieder weitgehend sichergestellt sein, daß selbstkritische Reflexionen zur Entstehungsgeschichte der Kommission und zu ihrer tatsächlichen Zweckbestimmung gar nicht erst aufkommen. Auch nicht im Nachhinein.

Man kann wohl kaum erwarten, daß beispielsweise eine weiße Rassisten-Jury den automatischen Schuldspruch gegen einen angeklagten schwarzen Journalisten nur deshalb in Zweifel zieht, weil man ihr mitteilt, daß "interessierte Kreise" bei der Zusammenstellung der Geschworenen und der Beweise ihre Finger im Spiel hatten - um zum Beispiel eine geplante Artikelserie des schwarzen Journalisten über die Machenschaften eines Politikers zu verhindern.

 Da sich die Zielsetzung der Beteiligten deckt - wenn auch nicht der Zweck -, wird die Kenntnis solcher Hintergründe sicherlich nicht die Wirkung entfalten, ein aus Haß und Vorurteilen zusammengesetztes "rechtsstaatliches" Vorgehen in seinem Kurs zu korrigieren.

 Analog muß für die Mehrzahl der Bonner Enquete-Mitglieder angenommen werden, daß sie willig weiter an den Fäden ihrer wahren Herren hängen bleiben werden, mit oder ohne den Rahmen einer Enquete-Kommission. Solange sie dabei auch ihre ganz persönliche Kreuzzugsmentalität ausleben und sich profilieren können, werden wohl die wenigsten Enquete-Mitglieder ein Problem mit den hier geschilderten Realitäten haben. Ganz im Gegenteil.

Zu einem gewissen Grad mögen sich die Drahtzieher der "Sekten-Enquete" darauf verlassen können, daß die "Unglaublichkeit" ihres verdeckten Wirkens und ihrer zukünftigen Vorhaben in weiten Teilen der Öffentlichkeit in sich selbst eine Schutzvorrichtung vor Aufdeckung darstellt. Dennoch wird es an der Zahl derer liegen, die die wahren Motive und tatsächlichen Hintergründe der Bonner-Enquete durchschauen, ob der Rechtsstaat - auch in der "Nach-Enquete-ra" - weiterhin auf diese Weise mißbraucht werden kann oder nicht.
 

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